24.11.2017 21:56

Stuttgart Botnang

Baden-Württemberg

Kohlenmonoxid-Vergiftung durch defekte Gastherme

Lage:

Ein Anrufer meldete über die „112“ unklare gesundheitliche Beschwerden der Familie. Auf genaues Nachfragen des Disponenten stand der Verdacht im Raum, dass die vorhandene Gastherme eventuell einen Defekt vorwies und daher eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung der Familie vorlag. Somit bestand höchste Gefahr für die Familie, weshalb die Leitstelle sofort einen Löschzug und Messtechnik zur Einsatzstelle alarmierte. 

Maßnahmen:

Beim Eintreffen der Feuerwehr erwartete die Anruferin die Feuerwehr und berichtete, dass ihr jugendlicher Sohn im Bad zusammengebrochen sei und kurzfristig das Bewusstsein verloren hatte. Der Sohn befand sich schon im Rettungswagen und wurde durch den Rettungsdienst untersucht. Das Blut des Jugendlichen wurde durch Messungen mit einem speziellen Messgerät der Feuerwehr untersucht, diese ergaben ungewöhnlich hohe COHb Werte im Blut. Eine hinzugerufene Notärztin bestätigte diese Werte. Zur weiteren Behandlung des Jugendlichen wurde das Druckkammerzentrum in Ludwigsburg alarmiert.

Durch die Feuerwehr wurde mit speziellen Kohlenstoffmonoxid-Messgeräten sowie Explosions-Warngeräten die betroffenen Räume der Wohnung durchgemessen, dabei wurde im weiteren Verlauf eine hohe Kohlenstoffmonoxid Konzentration im Bad an einer Gastherme festgestellt. In der gesamten Wohnung wurden alle Fenster zum Lüften geöffnet sowie die zwei darüber liegenden Wohnungen durch die Feuerwehr geöffnet und mit Messgeräten kontrolliert. Zum Zeitpunkt des Einsatzes befanden sich glücklicherweise keine weiteren Personen im Gebäude.

Der Gashahn wurde durch die Feuerwehr geschlossen und die Therme außer Betrieb gesetzt.

Nach den umfangreichen Lüftungsmaßnahmen wurden weitere Messungen durch die Feuerwehr durchgeführt, hierbei wurden keine erhöhten Kohlenstoffmonoxid-Konzentrationen mehr festgestellt.

Nur dem umsichtigen und schnellen Handeln der anwesenden Mutter und deren Freundin ist es zu verdanken, dass der Jugendliche bei Bewusstsein blieb und die Rettungskräfte schnell alarmiert wurden.

Aufgrund der unklaren Lage hinsichtlich der Kohlenstoffmonoxid-Vergiftungen hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen und den betroffenen Bereich versiegelt.

Personenschaden:

3 verletzte Personen, 1 Person wurde einer weiteren Behandlung in die Druckkammer nach Ludwigsburg zugeführt

Sachschaden:

keiner

Kräfte Berufsfeuerwehr:

Löschzug Feuerwache 2 und Gerätewagen-Messtechnik Feuerwache 4

Kräfte Rettungsdienst:

1 Rettungswagen, 1 Notarzt

Eingesetzte Geräte:

CO-Messgeräte, Notfallequipment, Lüftungsmaßnahmen

Feuerwehr Stuttgart


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