24.09.2018 11:06

Hamburg Eißendorf

Hamburg

Brandanschlag: ein Toter und zwei Schwerverletzte bei Wohnungsbrand

Am Montagvormittag gingen bei der Feuerwehr Hamburg über den Notruf 112 mehrere Hilferufe aus der Weusthoffstraße im Hamburger Stadtteil Eißendorf ein. Die Anrufer meldeten Feuer in einer Wohnung, eine mögliche Explosion und dass Personen aus einem Fenster gesprungen und verletzt sein sollen. Sofort wurde die Alarmstufe "Feuer 2 mit Menschenleben in Gefahr" ausgelöst und ein Großaufgebot an Feuerwehr- und Rettungsdienstkräften zu der angegebenen Adresse entsandt.

Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, schlugen Flammen aus Fenstern einer Wohnung im dritten Obergeschoss eines viergeschossigen Reihenhauses. Drei schwerstbrandverletzte Männer wurden vor dem Gebäude angetroffen, eine Person war laut Augenzeugen aus einem Fenster gesprungen. Sofort wurde die Versorgung der Brandverletzten eingeleitet, eine Person starb bereits an der Einsatzstelle an der Schwere der Verletzungen. Für die beiden anderen Männer wurden Rettungshubschrauber angefordert, um sie schnellstmöglich in Kliniken für Brandverletzte in Hamburg-Boberg und in Lübeck zu fliegen. Als Verletzungsmuster wurden schwere Inhalationstraumata und Verbrennungen zweiten und dritten Grades von bis zu 15% Körperoberfläche angemeldet.

Der Brand wurde mithilfe von zwei C-Rohren im Innenangriff unter umluftunabhängigem Atemschutz und einem C-Rohr im Außenangriff zur Verhinderung einer Brandausbreitung über die Fassade durchgeführt.

Zu der Brandursache hat die Polizei Hamburg eine Pressemitteilung veröffentlicht, die Ermittlungen dauern an.

Eingesetzte Kräfte: 2 Löschzüge der Berufsfeuerwehr, 1 Freiwillige Feuerwehr, 4 Führungsdienste (B-Dienst, A-Dienst, FL-Dienst, Bereichsführer FF), 1 Umweltdienst, 1 Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Atemschutz, 3 Rettungswagen, 2 Notarzteinsatzfahrzeuge, 2 Rettungshubschrauber, 1 Pressesprecher, insgesamt 59 Einsatzkräfte

Feuerwehr Hamburg


Bei einem Brand in Hamburg-Eißendorf haben heute zwei Männer lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Ein 50-Jähriger wurde so schwer verletzt, dass er noch vor Ort seinen Verletzungen erlag. Die weiteren Ermittlungen führt das LKA 41.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand suchten zwei Mitarbeiter des Zuführdienstes des Bezirksamts Altona und ein Betreuer heute Vormittag die Wohnung eines 28-Jährigen auf. Für diesen war ein gerichtlicher Beschluss zur Zwangseinweisung in eine Psychiatrie erlassen worden.

Der 28-Jährige soll die Bezirksamtsmitarbeiter und seinen Betreuer mutmaßlich mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen haben. Hierdurch erlitten er sowie ein Mitarbeiter des Zuführdienstes lebensgefährliche Brandverletzungen. Der zweite Bezirksamtmitarbeiter, ein 50-Jähriger, erlitt so schwere Brandverletzungen, dass er noch vor Ort verstarb. Der Betreuer erlitt leichte Verletzungen. Die Wohnung des 28-Jährigen stand zwischenzeitlich in Flammen. Das Feuer wurde mittlerweile durch die Feuerwehr gelöscht.

Die ersten Ermittlungen vor Ort wurden vom Polizeikommissariat 46 übernommen. Die Mordkommission (LKA 41) wurde alarmiert und befindet sich derzeit am Tatort.

Die weiteren Ermittlungen zu Hintergründen, dem Tatablauf und den Personalien der Beteiligten dauern an.

Update: 25.09.18:

Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen stellt sich der Sachverhalt derzeit wie folgt dar:

Der 58-jährige Betreuer eines 28-jährigen Deutschen wollte am Montagvormittag einen Einweisungsbeschluss mit Hilfe des Zuführdienstes des Bezirksamtes Altona umsetzen. Gemeinsam mit einem 50-jährigen und einem 59-jährigen Mitarbeiter des Zuführdienstes wurde die Wohnung des 28-Jährigen im dritten Obergeschoss betreten.

Beim Betreten der Wohnung wurden die beiden Bezirksamtmitarbeiter von dem Tatverdächtigen mit einer brennenden Flüssigkeit übergossen. Die Kleidung des 50-Jährigen brannte sofort. Dem Mann gelang es noch, seine Jacke auszuziehen und über das Treppenhaus ins Freie zu flüchten, wo er auf der Grünfläche vor dem Haus verstarb.

Auch die Kleidung des 59-Jährigen geriet sofort in Brand. Ihm gelang es mutmaßlich noch, sich unter der Dusche im angrenzenden Bad selbst zu löschen, bevor er ebenfalls über das Treppenhaus aus der Wohnung flüchtete. Er wurde mit schwersten Verbrennungen, einer Rauchgas-Intoxikation und Inhalationstrauma per Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Er befindet sich aktuell außerhalb akuter Lebensgefahr.

Der 58-jährige Betreuer erlitt leichte Verbrennungen. Ihm gelang ebenfalls die Flucht durch das Treppenhaus.

Der 28-Jährige begab sich in die Küche und schloss sich dort ein. Er sprang später aus der vollständig brennenden Wohnung im dritten Obergeschoss. Er erlitt neben Verbrennungen schwere Trümmerbrüche sowie eine Lungenquetschung. Auch der 28-Jährige befindet sich außerhalb akuter Lebensgefahr.

Heute wird der Erlass eines Unterbringungsbefehls durch das zuständige Amtsgericht gegen den Mann geprüft.

Polizei Hamburg

 

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