3-Mann-Angriffsstrupp

Hallo,

... auch das Thema hatten wir schon häufiger...

>die BF Aachen und die BF Köln mit einem Drei-Mann-Angriffstrupp.

auch die fahren das m.W. nur für den jeweils ersten Trupp eines Fahrzeuges (die Fahrzeuge sind/waren m.W. auch nur 1/4 besetzt, bringen also wie in den USA je Fahrzeug nur EINEN Trupp vor).
In jedem Fall wird das System nicht flächig (also für weitere Trupps bzw. FF) durchgezogen, weil dafür weder ausreichend Personal noch Geräte vorhanden sind (dazu benötigt JEDES LF mind. 6 PA....).
Vgl. Diskussionen im Archiv auch von Angehörigen der jeweiligen Feuerwehren (auch unter www.feuerwehrmann.de)

>Meine Frage wäre welche BF noch mit einem Drei-Mann Angriffstrupp fährt?
Wir hatten vor ca. 20 Jahren in Düsseldorf wohl auch mal derartige Ansätze (zumindest waren die alten Fahrzeuge im Innenraum mit 3 PA versehen, sonst gabs keine auf den z.B. alten LF 16). Hat wohl nicht sehr gut funktioniert, weil die Fahrzeuge anschließend zur FF gingen bzw. umgebaut wurden....

Ich halte nach wie vor den 3-Mann-Trupp als Regel (nicht als Ausnahme!) für keine sehr gute Lösung, weil man mehr Personal bindet als man sich gerade in der Anfangsphase leisten kann und damit IMHO auch noch unflexibler ist. Darüber hinaus ist es gängige Praxis aller Dreier-Trupps, daß sich der Trupp in der Realität doch trennt - m.E. dann ein gravierendes Sicherheitsproblem. (Interessanterweise besteht aber gerade dazu ein Wahrnehmungsunterschied zwischen Führungskräften, die in aller Regel behaupten, der Trupp würde sich nicht trennen und dem eigenen Erleben bzw. Erzählen der "Mannschaften" die dies im persönlichen Gespräch dann doch eingestehen....)
Bei schwierigeren Aufgaben ist es daher IMHO immer noch besser (zeitweise) einen zweiten 2er Trupp einzusetzen.

Alternativ müssten für die sinnvolle Umsetzung des Dreimanntrupps folgende Änderungen MINDESTENS erfolgen:
- Entweder Änderung der Einsatztaktik in Richtung US-"Truckwork" (je Fahrzeug nur EINE Aufgabe und nur EIN Trupp, der diese erledigt), d.h. Änderung (fast) ALLER FwDVén und der gesamten Grund- und Führungsausbildung. (Eine einzelne isolierte Änderung für eine Feuerwehr ist mind. problematisch, da die weiterführende Ausbildung an anderen Stellen (z.B. LFS), dann damit nicht mehr kompatibel ist!)
oder
- Ausstattung ALLER Löschfahrzeuge mit mind. einer Besatzung von 1/8 (1 Fahrzeugführer, 1 Ma, 2 x 3er Trupps) mit mind. 6 PA, davon mind. 3 im MR (der Fahrzeugführersitz zählt hier NICHT!). Dann muß dafür aber auch IMMER ausreichend Personal zur Verfügung stehen (und zwar nicht nur für das erste, sondern auch für die folgenden Fahrzeuge!)
Grundsatz: Mischung von taktischen Strukturen bzw. Möglichkeiten ist NICHT hilfreich. D.h. kann nur der erste Trupp im 3er Trupp vorgehen, die anderen aber nicht, stellt sich mir stark die Frage, wie das sinnvoll aus- und fortgebildet und v.a. auch geführt werden soll...

(Zum Nutzen des 3er Trupps, wenn er durchgehalten werden kann, gibts in einer der älteren Brandschutzausgaben aus den 80igern (?) einen guten Bericht von Dr. Nüssler, Leiter der BF Aachen.)

Ausnahmen:
ABC-Einsatz unter CSA etc. ist der 3er Trupp sinnvoll, weil bei umfangreicheren Arbeiten der Truppführer (möglichst mit GFü-Qualifikation) hier die Übersicht behalten bzw. messen - und daher nicht direkt arbeiten sollte. Dazu kommt, daß aufgrund der mitzuführenden (Schutz-)Ausrüstung die Beweglichkeit im Trupp im Vergleich zum Brandeinsatz deutlich eingeschränkter ist. Außerdem stellt bei den i.d.R. übersehbaren GSG-Einsatzstellen ein kurzfristige Trennung im Trupp, um z.B. Material von der Absperrgrenze nachzuholen, kein derartiges Sicherheitsproblem wie im Brandeinsatz (i.d.R. ohne Sicht im Innenangriff) dar.

Ulrich Cimolino

21.07.2002

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© www.FEUERWEHR.de, Dipl.-Ing.(FH) Jürgen Mayer


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