|
Flash-Over und Backdraft
Flashover (Rauchgasdurchzündung) : Das Feuer ist ausreichend mit
Sauerstoff ventiliert, es steigen Rauch und Gase auf, die zum Teil
brennbar sind bzw. noch nicht verbrannt worden sind. Diese Gase sammeln
sich unter der Decke des Raumes an. Durch die Wärmestrahlung sowohl des
Feuers als auch der Rauchgasschicht (die ist ja auch schön heiß) werden
die umgebenden Materialien thermisch aufbereitet, es kommt zum
Ausdampfen von brennbaren Gasen aus diesen Materialien (Pyrolyse). Auch
diese Gase sammeln sich unter der Decke, dort entsteht dadurch ein
Überdruck. Ist in der Rauchgasschicht genügend Sauerstoff vorhanden und
erreicht die Konzentration der brennbaren Rauchgase die untere
Explosionsgrenze, so kommt es zur Durchzündung derselben
(Rauchgasdurchzündung ohne Druckanstieg, Rollover oder Lean Flashover).
Ist nicht ausreichend Sauerstoff vorhanden, so reichern sich weiterhin
brennbare Gase in der Rauchgasschicht an, die aber nicht vebrennen
können. Lediglich in der Randzone zwischen Rauchgasschicht und Luft
kann es zu kurzen Zündungen kommen. Durch den Überdruck in der Schicht
kann Rauch durch eine eventuell vorhandene Öffnung unter Druck nach
außen gestoßen werden (Lokomotiveneffekt). Durch diesen Druckabbau kann
andererseits wieder sauerstoffreichere Luft nachströmen, es kommt zu
einer zunehmenden Verwirbelung von sauerstoffreicher Luft und
Rauchgase, was dann zu einer Rauchgasdurchzündung mit Druckanstieg
führt (Rich Flashover)
Backdraught (Rauchgasexplosion): Das Feuer hat nicht genügend
Sauerstoff zur Verfügung, um "normal" abzubrennen, es entsteht eine
Rauchgasschicht, die aufgrund des Sauerstoffmangels nicht durchzünden
kann. Durch die Wärmestrahlung werden auch hier die umgebenden
Materialien pyrolytisch aufbereitet, was zu einer noch stärkeren
Zunahme an brennbaren Rauchgasen führt. Da nicht genügend Sauerstoff
vorhanden ist, erlischt irgendwann das Feuer, und die Temperatur im
Brandraum nimmt nach und nach ab. Die abkühlenden Gase ziehen sich vom
Volumen gesehen her zusammen, es entsteht ein Unterdruck in dem
Brandraum. Wird nun hier z.B. eine Tür geöffnet, so wird die
sauerstoffreiche Luft durch den Unterdruck in den Brandraum gesogen und
verbennt dann dort in einer heftigen Reaktion mit Druckanstieg mit den
Rauchgasen (vorausgesetzt, das die Zündtemperatur noch vorhanden ist).
Es gibt verschiedene Typen von Backdraught, die habe ich aber nicht im
Kopf, stehen aber z.B. in Ci's Atemschutzbuch (Abschnitt von
J.Südmersen)
Philipp Golecki, Denzlingen (BaWü)
05.02.2006

|