Hohlstrahlrohre

Hallo,

anliegende Infos stammen aus der Erfahrung unserer Ausbilder bzw. des Einsatzdienstes in mehrjährigen Brandhausnutzungen....

Der "Zustand" aller Verstellorgane müssen auch eindeutig im Blinden (Null-Sicht) fühl- und zuordenbar sein.
Dreh- und Verschließrichtungen sind eindeutig vorzuschreiben und sollten unbedingt in der ganzen Einheit (der Fw.) identisch sein.

Verstellbarkeit der Durchflußmenge:
Die Verstellbarkeit der Wasserdurchflußmenge über die bisherigen Rändelräder ist häufig gefährlich. Wird das Strahlrohr versehentlich in der falschen (zu geringen) Menge verwendet, kann weder ein Brand sinnvoll bekämpft werden, noch gar ein F/O unterdrückt werden. Außerdem kam es "im Einsatz" mehrfach versehentlich zum Verstellen der voreingestellten Werte.
Dies wurde sowohl von erfahrenen als auch neuen Kollegen so erlebt.
Lösungsmöglichkeiten:
+ Verstellung der LW-Menge über das Verschlußorgan (Hebel), oder
+ Verstellung über Drehrad, das aber normalerweise bei z.B. 150 l/min arretiert ist - zur Verstellung zu niedrigeren Wassermengen (z.B. für Nachlöscharbeiten) muß diese Arretierung gelöst werden. Alternativ müssen DEUTLICHE Rastungen zu spüren sein.
(Wir haben die Strahlrohre im Schulbetrieb für den F/O-Containeer aus Sicherheitsgründen in diesen Bereichen arretiert.)
Die Mindestwassermenge für die F/O-Bekämpfung liegt unserer Erfahrung nach bei ca. 150 l/min.

- Wasserstrahlbild und Abstand zwischen den Verschlußorganen
Der Abstand zwischen Verstellmöglichkeiten (Wasserstrahlbild, -menge und Verschlußorgan) ist bei fast ALLEN getesteten Varianten zu gering. Folgen:
+ Man verstellt mit dem Wasserstrahlbild häufig auch die Menge (wenn dies zu leicht gängig ist).
+ Bei weit gefächertem Sprühstrahl (ab 45°) hat man schon bei normaler Handgröße mit Handschuhen mind. einen Finger im Sprühbild. Dies zerstört sowohl den Sprühstrahl, als auch führt es zur Durchnässung des Strahlrohrführers, was im Einsatz aufgrund der dann sofort nachlassenden Schutzwirkung der (nassen) Schutzkleidung zu Verbrennungen/Verbrühungen führt.
Lösungsmöglichkeiten:
Die Verstellmöglichkeit für das Strahlbild ist zusammen mit dem Verschlußorgan prioritär. Beides muß unabhängig voneinander jeweils mit einer Hand sicher bedient werden können.
Dazu muß am Strahlrohr ausreichend Platz vorgesehen sein, damit die Hände sich nicht gegenseitig behindern, sonst ist entweder ein Schließen des Strahlrohres nicht möglich, man klemmt sich dabei ggf. sogar die Finger und/oder die Verstellung des Strahlbildes klappt nicht mehr.
Dies bedeutet, daß im Gegensatz zu den meisten vorhandenen Typen der Bereich mit der Verstellung des Stahlbildes verlängert werden muß. (Breit genug, um mit einer Hand hier komplett sicheren Griff finden zu können.)
Außerdem ist der Abstand zwischen Verstellmöglichkeit des Strahlbildes und Verschlußorgan so zu vergrößern, daß sich behandschuhte Hände NICHT gegenseitig in der Bedienung der Organe behindern.
Außerdem muß für die Verstellung des Strahlbildes ein Verstellwinkel von ca. 180 ° (von Vollstrahl bis weit gefächerten Sprühstrahl) zur Verfügung stehen. Das häufig benötigte Strahlbild ca. 45° sollte dabei in der 90°-Stellung evtl. mit einer Rasterung versehen zu finden sein.


- Verschlußorgan:
+ Muß so konstruiert sein, daß man mit der behandschuhten Hand sicheren Griff findet, dies ist derzeit fast nirgends der Fall.
+ Muß so leichtgängig sein, daß auch bei anstehendem Wasserdruck (meist für richtige Tröpfchengröße ca. 7 - 10 bar) das Sprüh-Impulslöschverfahren durchführbar ist.
+ Sollte im Bereich "ganz geschlossen" ggf. eine leichte Rasterstellung haben, damit es nicht versehentlich durch leichten Anstoß schon geöffnet wird.
+ Es haben sich durch das Sprüh-Impulslöschverfahren durch die entstehenden Druckstöße bereits Schäden an anderen Armaturen, v.a. Schlauchplatzer ergeben, ggf. kann dies auch zu Schäden an den Feuerlöschkreiselpumpen führen. Hier ist zu prüfen, ob nicht das Schließen des Strahlrohres über eine "Dämpfung" o.ä. nicht ruckartig erfolgen kann. Bewegungsmotorisch ist dies in der Praxis mangels ausreichender Koordinationsfähigkeiten und Ausbildungsstandes der Probanden unmöglich.

Ulrich Cimolino

22.04.2002

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© www.FEUERWEHR.de, Dipl.-Ing.(FH) Jürgen Mayer


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