Lichtmast: Am Heck oder vor (im) Aufbau?

Bei vergleichbarer und guter Qualität treten bei beiden Varianten ungefähr gleiche Kosten in der Erstausstattung auf.

Heckanbau von Lichtmasten

Vorteile am Heck:
Wartungsfreundlicher einfacher Zugang, selbst der komplette Austausch des ganzen Mastes ist leicht möglich. Vom Maschinisten aus leicht zugänglich, daher weniger Motoren bzw. Mechanik nötig (Drehen und Ausziehen geht per Hand, nur das Neigen sollte man elektrisch verstellbar vorsehen, da sonst eine Anpassung des Lichtpunktes schwierig ist). Mehr Platz in G1 und G2 gerade zum Nutzen des Innenraums (bezogen auf die Einbauvariante zwischen G 1 und 2), dito auf dem Dach.

Nachteile am Heck:
Ggf. muß je nach Fahrzeug (z.B. LF 20/16 bzw. 16/12) eine auf dem Dach gelagerte (Schieb-)Leiter oder der Lichtmast schwenkbar ausgeführt werden. (Der wegschwenkbare Mast ist dabei einfacher in der Handhabung.) Exponierte Lage bei Unfällen am Heck (bei Fahrzeugen mit Schlauchhaspeln ist dies aber praktisch ohne Relevanz).


Anbau vor oder im Koffer

Vorteile im Koffer:
Keine Probleme mit einer Leiterentnahme (ist aber über schwenkbare Lichtmast leicht umgehbar), Schwenkausrüstungen nicht erforderlich (betrifft aber nur einige Fahrzeugtypen). Angeblich bessere Ausleuchtung nach vorn. (Vorn sind aber schon die "normalen" Scheinwerfer. Bei Betrachtung der Lichtkegel bezogen auf Höhe über Grund und Entfernung zur Einsatzstelle, ist das nicht wirklich ein Argument. Außerdem zieht dieses recht schwache Argument auch nur, wenn das Fahrzeug so steht, daß sich die Einsatzstelle VOR dem Fahrzeug befindet, das ist aber nicht immer so! Das erste LF fährt üblicherweise daran vorbei, um Platz für die weiteren Fahrzeuge zu lassen, dann kehrt sich dieser vermeintliche Vorteil argumentativ ins Gegenteil um.)

Bessere Gewichtsverteilung (viele (Tank-)Löschfahrzeuge haben das Problem, daß sie stark hecklastig sind).

Nachteile im Koffer:
Weniger Platz in G 1/2 bzw. Dach. Ein Durchladen langer Ausrüstungsgegenstände an der Stirnwand ist unmöglich.
Aufwendigere Mechanik erforderlich. Reparaturen abhängig von der Detailkonstruktion sehr aufwendig.


Genereller Zusatz für Pneumatik-Maste:
Ich rate jedem von pneumatisch ausfahrbaren Masten ab, weil es damit bei vielen Feuerwehren schon große Probleme gab:

  • Undichtheiten führen zu Luftverlusten im Druckluftsystem. Bei Luftverlust absinken des Mastes, wenn nicht ständig nachgedrückt wird.
  • Im Winter gab es schon bei vielen Feuerwehren Probleme mit dem Einfahren durch Vereisung (das Eigengewicht reicht dann nicht mehr).
  • Außerdem kann das Abkühlen der komprimierten Luft auch wieder zum Absinken führen .

Ulrich Cimolino

30.01.2009

banner

zurück zur FAQ-Liste

© www.FEUERWEHR.de, Dipl.-Ing.(FH) Jürgen Mayer


Feuerwehr-Forum * News * Newsletter * Magazin * Einsätze * Feuerwehr-Markt * Feuerwehrfahrzeug-Markt * Feuerwehrfahrzeug-Datenbank * News aus der Industrie * TV-Tipps * Termine * Job-Börse

© www.FEUERWEHR.de, Dipl.-Ing.(FH) Jürgen Mayer