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Was sind Nomex, Kermel, Teled, P84, Secufabs, PBI ?
Nomex
Nomex ist ein Faserprodukt, welche von der Firma Dupont seit 1974
produziert wird. Basispolymer ist Poly-Meta-Phenyl-Isophtalamid, aus
dem durch Kondesationsreaktion mit weiteren Aramidgruppen und der
Variation der Fasermischung im Naßverfahren der Grundwerkstoff für die
Gewebe der Nomex-Produktfamilie hergestellt wird.
Nomex III
Nomex III-MIschgewebe besteht zu 95% aus Nomex und zu 5% aus Kevlar und
wird überwiegend im Außenmaterial von Feuerwehr-Schutzbekleidung
verwendet. Nomex III ist vom Entwicklungsstand her das älteste Produkt
der Nomex-Fasern, besitzt aber den höchsten thermischen Schutz mit
einem TPP-Wert von 13,25 und einem t2-Wert nach EN 366 von 6 Sekunden.
Nomex Delta A
Als Weiterentwicklung des Nomex III wird von der Firma Dupont die
Antistatik-Faser Nomex Delta A produziert. Die Fasermischung besteht
aus einem antistatischen Karbonkern der von einer Faserhülle aus Nomex
und Kevlar umgeben ist. Nomex Delta A ist besonders für
Arbeitsschutzkleidung bei Arbeiten in explosionsfähigen Atmosphären
geeignet.
Nomex Delta T
Nomex Delta T besteht aus einer Mischung von 75% Nomex, 23% Kevlar sowie 2% P140 Antistatikfasern.
Nomex Delta B
Nomex Delta B-Gewebe besteht aus der Nomex Grundfaser und wird in einem
patentierten Verfahren (Sontara non-woven-Verfahren) zu einem
Vliesstoff verarbeitet, der in mehrlagiger Schutzkleidung als
isolierende Wärmebarriere verwendet wird. Nomex Delta B wird unter der
internen Referenz E89 von Dupont auch als isolierender Trägerstoff auf
der Abseite der Nässesperren verwendet.
Nomex Delta C
Nomex Delta C besteht aus einem Mischgewebe aus 93% Nomex, 5% Kevlar
und 2% P140-Antistatikfasern. Durch Querschnittsreduzierung um 23%
gegenüber der Nomex Grundfaser besitzt die Nomex Delta C-Faser eine um
35% vergrößerte Faseroberfläche. Die Gewebezusammensetzung führt
aufgrund der reduzierten Oberflächenrauigkeit zu einem verbesserten
Tragekomfort und eigent sich für Bekleidung mit direktem Hautkontakt
(UNterbekleidung, Flammschutzhauben ect.)
Nomex Delta FF
Nomex DElta FF besteht zu 100% aus einer weiterentwickelten
Meta-Aramid-Feinfaser. Die Faser wird vorwiegend zu Strickgeweben
verarbeitet aus denen Unterbekleidung, Futterstoffe und Gesichtsmasken
hergestellt werden. Die Faser kann im Gegensatz zu anderen Nomex-Fasern
nicht gefärbt werden und ist nur in ecru (eierfarben) produzierbar.
Nomex Omega
Speziell für die Verwendung in Feuerwehr-Schutzbekleidung wurde von
Dupont die Nomex Z-200 Smart Fibre-Faser entwickelt. Die Faser hat ein
hohes Wärmeausdehnungsverhalten, das im thermischen Belastungsfall zur
Ausbildung von Luftzwischenräumen im Bereich zwischen Außenlage und
Nässesperre führt. Die wärmeisolierende Wirkung der eingelagerten
Luftschichten führt zu einem reduzierten Wärmedurchgang bei äußerer
thermischer Belastung. Nomex Z-200 Smart Fibre-Gewebe wird als
Außenmaterial für Nomex "Omega"-Bekleidung eingesetzt. Die Firma Dupont
hat ein eigenes Qualitäts-Label unter dem Namen Nomex "Omega"
eingeführt. Das patentierte Bekleidungssystem besteht aus den folgend
aufgeführten Komponenten:
Außenmaterial: Nomex Z-200 Smart Fibre
Nässesperre: Membaran/Sontara E89
Isolationseinlage: Sontara Hitzebarriere
Futter: Nomex-Futter
Systemgewicht: 570 g/m2
Nur Bekleidungen, die aus den aufgeführten Systemkomponenten bestehen,
werden von der Firma Dupont mit einem markenrechtlich geschützten
Etikett versehen. Im Rahmen des "Omega" Qualitätslizenzprogramms müssen
die Produkte nach von Duponz erarbeiteten Prüfvorschriften getestet
werden. Die Erfüllung der Dupont-Prüfvorschriften ersetzt jedoch nicht
das Zulassungsverfahren nach HuPF.
Kermel
Kermel ist die Handelsbezeichnung für eine von der Firma Rhone-Poulenc
produzierten Aramid-Faser. Die Kermel-Faser wird durch Polykondensation
aus Trimellitsäureanhydrid und Diisocyanatodiphenymethan hergestellt
und gehört zur Gruppe der Polyamid-Imide. Die Faser schmilzt und tropft
bei thermischer Belastung nicht. Ab einer Temperatur von ca. 300°C
karbonisiert der Werkstoff, ohne daß das textile Flächengewebe zerstört
wird.
Kermel-HTA:
In Feuerwehr-Schutzbekleidung wird überwiegend die Kermel-HTA-Faser
verarbeitet. Kermel HTA Produkte bestehen zu 64% aus Kermel und 36% aus
"high tenancity aramid", einem Para-Aramid. Die Faser besteht aus einem
Para-Aramid-Kern, um den ein Mantel aus Kermel gesponnen ist. Die Faser
wird nach einem patentierten Schappe-"core-garn"-Verfahren hergestellt
und vorwiegend für das Außengewebe von Feuerwehr-Einsdatzjacken
verwendet.
Kermel-Mischgewebe:
Kermel-Mischgewebe mit FR-Viscose (FR = flame retardant) und Wolle
werden in verschiedenen Zusammensetzungen für Innenfutter und
Wärmeisolationen hergestellt, kommen aber nur in Innenlagen von
mehrlagiger Feuerwehrschutzkleidung nach EN 469 bzw. HuPF zum Einsatz.
Teled, P84, Secufabs, PBI
Auch bei diesen Fasern handelt es sich in der Regel um Polyamide. Von
den Eigenschaften sind sie mit Nomex und Kermel vergleichbar.
Allerdings spielen diese Fasern auf dem deutschen Markt so gut wie
keine Rolle (Teled Noflam wurde bis ca. Mitte der 90er u.a. bei der BF
HH getragen). Secufabs wird u.a. in den Benelux-Staaten getragen.
PBI-Fasern (PBI = Polybenzimidazol) zeichnen sich durch eine sehr gute
thermische Resistenz, mechanische Festigkeit und zufriedenstellende
Chemikalienbeständigkeit aus. PBI erträgt eine einstündige Belastung
von 400°C ohne starke Verluste und ist bis ca. 450°C maßhaltig. Eine
Zersetzung des Materials wird erst oberhalb von ca. 550°C beobachtet.
Die Kritische Sauerstoffkonzentration LOI (Lowest Oxygene Level) wird
mit 48% angegeben. PBI ist auf dem nordamerikanischen Markt
weitverbreitet.
Christi@n Pannier, Feuerwehr Bretten
05.02.2006

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