Übungsformen

Übungen auf Einheitenebene

1. Grundübungen = Grundlagen vermitteln

Ziel: Erstmaliges Kennenlernen und Erlernen bestimmter Handlungen bzw. Handlungsabläufe.

Umsetzung:Auf Basis bestimmter Regeln oder Vorgaben (z.B. FwDV 4, Bedienungsvorschriften) die grundlegende Handhabung und den organisatorischen Ablauf nach Plan üben.

Ausbilderaufwand: gering

Schiedsrichter: keine

Übungsaufwand: gering

Trainingseffekt: gering

Realitätsnähe: gering


2. Übungen auf Einheitsebene (Staffel-, Gruppen-, Zug-, Verbandsübungen)

Ziel: Gemeinsames Üben bestimmter Handlungen bzw. Handlungsabläufe.

Umsetzung: Auf Basis bestimmter Regeln oder Vorgaben (z.B. FwDV 4, 5, 9, 14; Dienstanordnungen, Standard-Einsatz-Regeln) die Handhabung von Geräten und den organisatorischen Ablauf üben.

Ausbilderaufwand: gering

Schiedsrichter: keine

Übungsaufwand: gering - hoch (hängt von der Realitätsnähe ab!)

Trainingseffekt: mittel - hoch (hängt von der Zahl der Übungen ab)

Realitätsnähe: gering - mittel (je nach Lageannahme und Übungsumsetzung), bei realen Darstellungen (z.B. maximale Nähe: THL = echte verbeulte Schrottfahrzeuge, Brandbekämpfung = Brandhaus; jeweils ggf. mit "Opfern") steigt die Realititätsnähe bis sehr hoch


3. Alarm- oder Einsatzübung bis hin zur s. Vollübung

Ziel: Kontrolle bestimmter Handlungen bzw. Handlungsabläufe.

Umsetzung: Auf Basis bestimmter Regeln oder Vorgaben (z.B. FwDV 4, 5, 9, 14; Dienstanordnungen, Standard-Einsatz-Regeln) die Handhabung von Geräten und den organisatorischen Ablauf anhand eines vorher nicht bekannten Szenarios beüben.

Ausbilderaufwand: mittel - sehr hoch (abhängig von der Zahl der übenden Einheiten)

Schiedsrichter: mittel - sehr hoch (abhängig von der Zahl der übenden Einheiten)

Übungsaufwand: hoch - sehr hoch

Trainingseffekt: gering - mittel

Realitätsnähe: gering - sehr hoch (je nach Lageannahme und Übungsumsetzung)



Übungen auf Führungs- bzw. Stabsebene

1. Planbesprechung

Ziel: Vertraut machen mit einem (neuen) Führungsmodell bzw. einem neuen Einsatzablauf, ggf. auch zur Entwicklung solcher Modelle oder Abläufe hilfreich.

Umsetzung: Auf Basis eines Einsatzplanes, einer Einsatzskizze oder eines Modells (ggf. auch Planspielmodell) wird die grundsätzliche Vorgehensweise von allen erarbeitet.

Ausbilderaufwand: gering

Schiedsrichter: keine

Übungsaufwand: gering

Trainingseffekt: gering

Realitätsnähe: gering


2. Planspiel

Ziel: Überprüfen oder Kontrolle der Funktionen eines Führungsmodell bzw. neuer Einsatzabläufe sowie der damit umgehenden Führungskräfte.

Umsetzung: Auf Basis eines Einsatzplanes, einer Einsatzskizze oder eines Planspielmodells wird nach einer vom Ausbilder vorgegebenen, vorher unbekannten Lage mit vorgegebenen Möglichkeiten eine Lösung vom Übenden vorgestellt.

Ausbilderaufwand: gering

Schiedsrichter: ggf. einer

Übungsaufwand: gering (bzw. je nach Modellaufwand etwas höher)

Trainingseffekt: mittel

Realitätsnähe: gering - mittel (hängt vor allem von der Darstellung (ggf. Kombination mit Bild- und Toneffekten sowie verschiedenen Perspektiven) und der Phantasie ab)


3. Stabsrahmenübung

Ziel: Überprüfen oder Kontrolle der Funktionen eines Führungsmodell bzw. neuer Einsatzabläufe sowie der damit umgehenden Führungskräfte im Team.

Umsetzung: Auf Basis eines Einsatzplanes, einer Lagekarte oder eines Planspielmodells wird nach einer vom Übungsleiter vorgegebenen, vorher unbekannten Lage mit vorgegebenen Möglichkeiten eine Lösung von den Übenden vorgestellt. Es werden nur Führungskräfte in Führungsräumen und mit ihren Führungsmitteln beteiligt.

Ausbilderaufwand: mittel - hoch

Schiedsrichter: mehrere (mind. je einer je Führungsraum)

Übungsaufwand: mittel (bzw. je nach Modellaufwand etwas höher)

Trainingseffekt: mittel

Realitätsnähe: gering - mittel (hängt vor allem von der realistischen Arbeit der beteiligten Übenden, der Lagedarstellung (ggf. Kombination mit Bild- und Toneffekten sowie verschiedenen Perspektiven) und der Phantasie ab)


4. Teilübung

Ziel: Überprüfen oder Kontrolle der Funktionen eines Führungsmodell bzw. neuer Einsatzabläufe sowie der damit umgehenden Führungskräfte im Team und einzelnen Teileinheiten.
a) Ohne Ausführung von Tätigkeiten durch die Teileinheiten (das ist dann aber eher eine Mischung aus Stabsrahmen- und Vollübung). Dient hier z.B. zur Ermittlung der Alarmsicherheit, Wegezeiten, Kommunikationsübung etc.
b) Mit Ausführung von Tätigkeiten durch die Teileinheiten. Dient der Übung mit Teilen des Einsatzsystem.

Umsetzung: Auf Basis eines Einsatzplanes, einer Lagekarte oder eines Planspielmodells oder einer realistischen Lagedarstellung wird nach einer vom Übungsleiter vorgegebenen, vorher unbekannten Lage (am besten auch zu einem unbekannten Zeitpunkt) mit den allen vorhandenen Möglichkeiten eine Lösung von den Übenden vorgestellt. Je nach Übungsziel ggf. auch Durchführung von Einsatzaufträgen durch die Teileinheiten, dann sind auch dafür Lagedarstellungen notwendig.

Ausbilderaufwand: hoch

Schiedsrichter: viele

Übungsaufwand: hoch

Trainingseffekt: gering (weil i.d.R. aufgrund des Aufwands nur sehr selten durchgeführt!)

Realitätsnähe: gering - hoch (hängt vor allem von der realistischen Arbeit der beteiligten Übenden, der Lagedarstellung ab)


5. Vollübung

Ziel: Überprüfen oder Kontrolle der Funktionen eines Führungsmodell bzw. neuer Einsatzabläufe sowie der damit umgehenden Führungskräfte im Team und allen Teileinheiten.
a) Ohne Ausführung von Tätigkeiten durch die Teileinheiten (das ist dann aber eher eine Mischung aus Stabsrahmen- und Vollübung). Dient hier z.B. zur Ermittlung der Alarmsicherheit, Wegezeiten, Kommunikationsübung etc.
b) Mit Ausführung von Tätigkeiten durch die Teileinheiten. Dient der Übung mit dem ganzen Einsatzsystem.

Umsetzung: Auf Basis eines Einsatzplanes, einer Lagekarte oder eines Planspielmodells oder einer realistischen Lagedarstellung wird nach einer vom Übungsleiter vorgegebenen, vorher unbekannten Lage (am besten auch zu einem unbekannten Zeitpunkt) mit den allen vorhandenen Möglichkeiten eine Lösung von den Übenden vorgestellt. Je nach Übungsziel ggf. auch Durchführung von Einsatzaufträgen durch die Teileinheiten, dann sind auch dafür Lagedarstellungen notwendig.

Ausbilderaufwand: sehr hoch

Schiedsrichter: sehr viele

Übungsaufwand: sehr hoch

Trainingseffekt: gering (weil i.d.R. aufgrund des Aufwands nur sehr selten durchgeführt!)

Realitätsnähe: gering - sehr hoch (hängt vor allem von der realistischen Arbeit der beteiligten Übenden, der Lagedarstellung ab)

Ulrich Cimolino, Feuerwehr Düsseldorf

05.02.2006

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© www.FEUERWEHR.de, Dipl.-Ing.(FH) Jürgen Mayer


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