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Rahmenkonzept zur Dekontamination (verletzter) Personen
Schadenslagen mit Freisetzung radioaktiver, infektiöser oder
chemischer Stoffe fordern das Gesamtsystem der Gefahrenabwehr in
besonderem Maße. Mögliche Szenarien mit direkten Auswirkungen auf Leib
und Leben der Menschen können außerordentlich vielfältig sein.
Beispiele sind:
- terroristische Anschläge mit schmutzigen Bomben, mit
hochtoxischen chemischen oder biologischen Stoffen (Bakterien, Viren
oder Toxine)
- Industrieunfälle mit Freisetzung großer Mengen toxischer Stoffe, Großbrände und Explosionen
- Unfälle mit Transportmitteln (z. B. Flugzeugabsturz auf bewohntem Gebiet).
Bei allen diesen und weiteren denkbaren Szenarien kann es zu ABC-Schadenslagen
kommen, die einer zügigen gezielten und fachlich versierten Hilfe
bedürfen, wie die Dekontamination. Die besondere Herausforderung ist
hier die Dekontamination verletzter Personen.
Gemeinsam mit Vertretern aus den Innenressorts zahlreicher
Bundesländer und der Bundeswehr hat das Bundesamt für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
ein Rahmenkonzept zur Dekontamination (verletzter) Personen erarbeitet.
Der Ausschuss „Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile
Verteidigung“ des Arbeitskreises V der Innenministerkonferenz empfiehlt den Ländern, dieses Konzept bei ihren Neukonzeptionen zu berücksichtigen.
Mit dem Rahmenkonzept gibt es nun erstmals ein bundesweit
abgestimmtes Vorgehen für die Dekontamination verletzter Personen (DekonV).
Es beinhaltet Aufbau, Organisation und Ablauf eines
Dekontaminationsplatzes für Verletzte einschließlich der räumlichen
Ordnung. Dabei ist vorgesehen, dass ein so genannter „Dekon-Platz-V“
als mobile Dekon-Stelle in der Nähe des Schadensortes eingerichtet
wird. Alternativ können jedoch auch so genannte ortsfeste Dekonstellen
- z.B. innerhalb eines
Krankenhauses oder in Schwimmbädern – zur Verletztendekontamination
eingeplant werden. Eine Kontamination des Krankenhauspersonals und der
stationären Patienten wird damit verhindert. Erstmals wird hierbei der
Einsatz von Rettungsfachpersonal im kontaminierten Bereich definiert.
Dazu zählen beispielsweise Aufgaben und Schutzausrüstung der
Einsatzkräfte.
Grundlegend für die Zielsetzung des Rahmenkonzepts DekonV war die vom Bund an die Länder bereits ausgelieferte Ausstattung für atomare, biologische und chemische Lagen (sogenannte ABC-Lagen) wie der Dekontaminations-Lastkraftwagen für Personen . Die wissenschaftliche Grundlage bildeten die Ergebnisse des vom BBK
finanzierten Zivilschutz-Forschungsvorhabens „Aufbau und Ablauf der
Dekontamination und Notfallversorgung Verletzter bei Zwischenfällen mit
chemischen Gefahrstoffen“ (unter Fachpublikationen/Zivilschutz-Forschung). Bei der Erarbeitung der bundesweiten Rahmenempfehlung hat sich die Arbeitsgruppe aus BBK, den Innenressorts der Länder und Bundeswehr am Planungsentwurf des Landes Rheinland-Pfalz orientiert.
Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 diente der Entwurf des Rahmenkonzepts DekonV
bereits als Grundlage für die nötigen Sicherheitsvorkehrungen. Aus den
dabei gesammelten und abschließend ausgewerteten Erfahrungen ist das
Konzept fortentwickelt worden.
Das BBK empfiehlt die Umsetzung des Konzepts und regt zur weiteren Diskussion an.
Weitere Informationen:
Rahmenkonzept zur Dekontamination verletzter Personen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe (pdf/261-KB)
Magazin Bevölkerungsschutz: Sonderausgabe 2006 (pdf/2113-KB) zum Thema Dekontamination Verletzter
22.10.2006
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Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe |
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Dazu auch die Diskussion im Feuerwehr-Forum:
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