Feuerwehrfahrzeug stürzte Hang hinunter / verletzter Feuerwehrmann verstorben

Schreiben des Innenministerium Baden-Württemberg vom 30.11.2007:

Trauerflor für verstorbenen Feuerwehrmann in Baden-Württemberg

Soeben haben wir die Nachricht erhalten, dass unser Feuerwehrkamerad Wolfgang Eble von der Feuerwehr Waldkirch, Abteilung Kollnau heute früh an den Folgen eines Unfalles verstorben ist, die er anlässlich einer Einsatzfahrt am 18. November 2007 erlitten hat.

Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und den beiden Töchtern, sowie den Familienangehörigen und der Freiwilligen Feuerwehr Waldkirch.

Als äußeres Zeichen unserer Anteilnahme wird in Abstimmung mit dem Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg gebeten, an den Feuerwehrfahrzeugen im Land Baden-Württemberg Trauerflor bis Sonntag, den 9. Dezember 2007 anzubringen.

Hinweis: Der Zeitpunkt einer Trauerfeier ist noch nicht bekannt.

Die Kreisbrandmeister werden gebeten, dies an die Gemeindefeuerwehren weiterzuleiten.

gez. Rolf Schmid



Pressemitteilung der Stadt Waldkirch vom 20.11.2007:

Sieben Verletzte, davon ein Schwerstverletzter – Kreisbrandmeister und leitender Notarzt loben den koordinierten Einsatz der Rettungskräfte


Waldkirch (hbl). Bei einem Einsatz der Feuerwehrabteilung Kollnau kam es am Sonntagabend zu einem sehr schweren Unfall im Kohlenbacher Tal.

Das Einsatzfahrzeug rutschte mit sieben Feuerwehrleuten einen steilen Hang hinunter und überschlug sich mehrmals. Drei Notärzte versorgten die Verletzten darunter einen Schwerverletzten, dessen Zustand kritisch ist. In dem extrem schwierigen Gelände haben die Rettungskräfte mit der Feuerwehr, dem DRK und der Bergwacht besonnen reagiert und sehr gut zusammengearbeitet, bestätigten Kreisbrandmeister Jörg Berger und der leitende Notarzt Dr. Axel Mann.

Bei der Suche nach einem mit einem Pferd verunglückten 13-jährigen Mädchen beteiligte sich auch die Freiwillige Feuerwehr der Abteilung Kollnau. Dabei fuhr das Fahrzeug im hinteren Kohlenbacher Tal auf einer schmalen Straße bergab. Das 12-Tonnen schwere Fahrzeug kam wohl auf das unbefestigte Bankett, sank im weichen Boden ein, so die Polizei und kippte seitlich über die Leitplanke, die aus ihrer Verankerung riss. Das mit 7 Feuerwehrkameraden besetzte LF 16 stürzte den Hang hinunter, überschlug sich mehrmals und blieb im abschüssigen Hang erst nach etwa 50 Metern auf seiner rechten Fahrzeugseite liegen. Wie durch ein Wunder wurden 5 Feuerwehrleute nur leicht verletzt. Sie konnten sich aus dem Wagen selbst befreien und begannen selber sofort mit den Notfallmaßnahmen für die zwei schwer eingeklemmten Kameraden. Sie verständigten die Rettungsleitstelle in Emmendingen und konnten gleich konkrete Angaben zum Ort, zum Unfallgeschehen und den Verletzten geben, was dem Einsatz doch zu Hilfe kam, so der Einsatzleiter des DRK-Kreisverbandes, Martin Fechtig.

Höchste Anforderungen an Mensch und Technik

Als erstes war der Notarzt zur Stelle, zwei weitere Notärzte folgten aufgrund der Schwere des Unfalles. Sofort war auch die komplette Feuerwehrabteilung Waldkirch und Siensbach verstärkt durch eine Emmendinger Abordnung am Ort des tragischen Geschehens. Mit der Rettungsschere und der ganzen Technik musste das Dach des Feuerwehrfahrzeuges aufgeschnitten werden, so dass die schwierige Bergung erfolgen konnte. Die fünf Leichtverletzten wurden in das Waldkircher und Emmendinger Krankenhaus, der mittelschwere und schwerverletzte Feuerwehrmann in die Uniklinik Freiburg gebracht. Bei Redaktionsschluss lag die schwerverletzte Person noch in einem kritischen Zustand. Dennoch kann von viel Glück gesprochen werden, dass es nur fünf Leichtverletzte gab, erläuterte Dr. Axel Mann, der leitende Notarzt bei der anschließenden Pressekonferenz. Mit Martin Fechtig, dem Einsatzleiter des DRK-Kreisverbandes, und Karsten Stotz, dem DRK-Kreisbereitschaftsleiter war er mit zwei weiteren Führungspersonen an der Unglücksstelle. Vier Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen und zehn Personen vom Rettungsdienst verdeutlichen zudem die Schwere des Unfalls. Selbst die Rettungsleitstelle in Emmendingen wurde verstärkt und auch die Leitstelle im Rettungszentrum Waldkirch leistete wertvolle Dienste. Am Ort des grausamen Geschehens waren zudem fünf Mitglieder der Bergwacht Waldkirch und die Ortsverbände des Deutschen Roten Kreuzes Waldkirch und Kollnau im Einsatz, die sich auch um die Betreuung der betroffenen Feuerwehrleute und deren Angehörigen kümmerten.

Der Schock in Kollnau sitzt tief. Erinnerungen an den tragischen Unfall vor 25 Jahren fast an derselben Stelle im Kohlenbacher Tal kommen hoch, als im Juni 1982 zwei Kollnauer Feuerwehrleute ihr Leben lassen mussten. Glück im Unglück hatten jetzt am Sonntag nach Jörg Berger die fünf Leichtverletzten. Mit dazu beigetragen habe die kompakte Beschaffenheit des Feuerwehrfahrzeuges, aber auch dass niemand herausgeschleudert wurde. Der Kreisbrandmeister lobte ausdrücklich den Einsatz der Feuerwehrkräfte vor Ort in dem sehr steilen und zugleich nassen, matschigen Gelände. In einem extrem schwierigen, ja sogar schwierigsten Gelände, habe die Feuerwehr unter der Leitung von Waldkirchs Stadtkommandant Marco Dufner hervorragende Arbeit geleistet. Dufner hatte insgesamt 56 Personen im Einsatz, ausgerückt waren die Abteilungen Waldkirch und Siensbach und bekam Verstärkung aus Emmendingen.

Sehr gutes Zusammenspiel der Rettungskräfte

Trotz dessen, dass eigene Kräfte betroffen waren, verlief der nächtliche Großeinsatz sehr koordiniert, resümierte Dr. Axel Mann als leitender Notarzt. Alle Beteiligten und auch die Technik standen unter enorm schwierigen Bedingungen. Dennoch sei die Rettungsaktion sehr koordiniert zwischen der Freiwilligen Feuerwehr, dem DRK und der Bergwacht vollzogen worden, verteilte der erfahrene Notfallmediziner Komplimente. Auch der sofort verständigte und vor Ort anwesende Bürgermeister dankte den Hilfskräften für ihre großartige Leistung, die sie trotz extremer Schwierigkeiten professionell bewältigt hätten. Bürgermeister Richard Leibinger zeigte sich beeindruckt, dass alles Hand in Hand lief. Voraussetzung sei jedoch neben der bestmöglichen Ausstattung an Fahrzeugen und Geräten, das ständige und miteinander Proben, um somit für den Ernstfall wie jetzt gerüstet zu sein.

Auslöser des tragischen Ereignisses war der Ausritt zweier Mädchen mit ihren Pferden. Das Polizeirevier Waldkirch wurde am frühen Sonntagabend informiert, dass ein 13-jähriges Mädchen beim Reiten im Bereich des Kollnauer Blasiwaldes mit ihrem Pferd gestürzt sei und mit ihrem Handy Hilfe angefordert hatte. Da das verunglückte Mädchen noch vor Einbruch der Dunkelheit gefunden werden sollte, der Unglücksort aber nicht genau feststellbar war, wurden eben auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kollnau hinzugezogen. Das Mädchen wurde gefunden und erlitt nur Prellungen und leichte Verletzungen wie Revierleiter Harry Zepf am Schluss der Pressekonferenz im Rettungszentrum Waldkirch berichten konnte. Auch er fand nur anerkennende Worte für das engagierte und besonnene Eingreifen der Einsatzkräfte im Kohlenbacher Tal.

30.11.2007

Quelle: Stadt Waldkirch

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Dazu auch die Diskussion im Feuerwehr-Forum:

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