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Oberickelsheimer Kommandant nach Rücktritt zwangsverpflichtet
Seit Jahren hat die Feuerwehr bei der Gemeinde Oberickelsheim um eine Vergrößerung des Gerätehauses gebeten. Fast wäre dieser Wunsch -sogar zusammen mit einem MTW- Wirklichkeit geworden. Doch am Dienstag vergangener Woche kippte der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung den schon gefassten Anschaffungs- und Erweiterungsbeschluss. Daraufhin trat der Kommandant, Matthias Stein, am Freitag zurück. Noch am selben Tag wurde er von Bürgermeister Martin Hümmer wieder zwangsverpflichtet. Bürgermeister Hümmer beriet sich in dieser Angelegenheit mit Kreisbrandrat Alfred Tilz, wie er der Feuerwehr wieder zu einem Chef verhelfen könnte, denn vor kurzem hatte schon der 2. Kommandant Stefan Hirsch sein Amt niedergelegt und war aus der Feuerwehr ausgetreten. Dies sei aber „aus anderem Grund" erfolgt, erläuterten Matthias Stein und Schriftführer Rainer Dierauf, der sein Amt als Folge der Ratsentscheidung ebenfalls niedergelegt hat. Die Feuerwehr Oberickelsheim stand also ohne Führungsmannschaft da. Zusammen mit dem KBR kam dann die Idee auf den Kommandanten zwangszuverpflichten.
Die Vorgeschichte: Im Februar 2009 hatte der Gemeinderat beschlossen, einen Anbau am Feuerwehrhaus für die Landjugend zu verwirklichen. Der Bauantrag war laut Hümmer fast fertig, als die Feuerwehr Bedenken angeeldet hat. Dies bestätigten Stein und Dierauf gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Seit über zehn Jahren hatten die verschiedenen Kommandanten der Oberickelsheimer Wehr immer Platzbedarf angemeldet, um ihre Ausrüstung und Gerätschaften sicher verwahren zu können. Die Wehr hoffte auf eine Verbesserung der Platzsituation, indem sie einen zusätzlichen Stellplatz beantragte, der durch einen Anbau zwischen dem bestehenden Feuerwehrgebäude und dem geplanten Jugendraum entstehen sollte.
In Zusammenhang mit dieser Planung wurde die Idee geboren, einen MTW zu beschaffen, angedacht war ein ausgedienter Polizeibus. Denn dann, so die Idee, hätte es für den Bau des Stellplatzes einen Pauschalzuschuss von 20.000 Euro gegeben. Wenn der MTW also billiger als 20.000 Euro ist ein gutes Geschäft für die Gemeinde und einen MTW obendrein. Den Zuschuss gibt es nicht, wenn dort nur der Schlauchanhänger steht, für den der Anbau gedacht war. Bedarf füpr einen MTW besteht laut der Feuerwehr ebenfalls.
Im April 2009 habe der Rat dem Erweiterungsbau und der Anschaffung eines gebrauchten Mehrzweckfahrzeuges zugestimmt, berichten Stein und Dierauf – vorbehaltlich der Bereitschaft der Feuerwehr, einen Großteil der Bauarbeiten selbst auszuführen. Bei einer Versammlung mit 25 Anwesenden hatten sich 20 Feuerwehrleute in die Helferliste eingetragen.
Über den Stellplatz -so die Idee der Wehr- hätte das Domizil der Landjugend entstehen sollen. Aus Sicht der Feuerwehr sollte das Projekt gemeinsam angegangen werden, betonten Stein und Dierauf. Am 12. Januar dieses Jahres besichtigten Hümmer, die Gemeinderäte Schumann und Hirsch und von der Oberickelsheimer Feuerwehr nur Kommandant Stein einen 17 Jahre alten Bus (213.000 Kilometer, 1500 Euro
Kaufpreis). Hümmer bemängelte das "geringe Interesse seitens der Feuerwehr" bei der Besichtigung. Vergangenen Dienstag kam es dann vor der nichtöffentlichen Ratssitzung im Feuerwehrhaus zu einem Gespräch der Gemeinderäten mit der Feuerwehrführung, wo das Für und Wider für die Anschaffung diskutiert worden sein soll.Dass die Feuerwehr eigentlich ein öffentliches Thema gewesen wäre, räumte Hümmer zwar ein, steht aber zu seiner Entscheidung, diesen einzigen "öffentlichen Punkt" der Sitzung in die nichtöffentliche mit aufgenommen zu haben. In der Sitzung sei mehrheitlich beschlossen worden, den Erweiterungsbau nicht zu verwirklichen und das Auto (Insgesamt wären 5000 – 6000 Euro dafür auf die Gemeinde zugekommen) nicht zu kaufen. Damit sei auch der frühere Beschluss aufgehoben worden, sagt Hümmer gegenüber der FLZ. Momentan gebe es in der Gemeinde auch wichtigere Investitionen, schob der Bürgermeister nach. Momentan jedenfalls seien Erweiterungen und MTW kein Thema mehr. Allerdings könnte das Vorhaben zu einem späteren Zeitpunkt durchaus verwirklicht werden, denn eine Erweiterung sei auch auf der anderen Gebäudeseite möglich.
Hümmer befürchtet auch, dass es beim Kauf dieses Fahrzeuges einen Aufschrei der anderen beiden Ortsteilwehren gegeben hätte. Denn wegen der Pläne der zukünftigen Integrierten Leistelle hatte auch Geißlingen Bedarf an einem Fahrzeug signalisiert. Volker Gebhardt ergänzte, dass es ursprünglich nur um den Platzbedarf gegangen sei, was zu lösen sei.Dies sieht man seitens der zurückgetretenen Feuerwehrführung anders. In der Vergangenheit habe die Feuerwehr immer zurückstehen müssen, ärgert sich Dierauf und nennt exemplarisch die fehlende Verrechnungssatzung und die noch nicht vorhandene Absauganlage. Matthias Stein betonte, dass er nun das Vertrauen in die Gemeinde verloren habe. Aufgrund der aus seiner Sicht mangelnden Unterstützung der Gemeinde habe er nun sein Amt zur Verfügung gestellt. Als ranghöchster Feuerwehrmann sei er aber wieder für drei Monate verpflichtet worden. Stein stellte in diesem Zusammenhang auch klar: „Die Feuerwehr ist einsatzfähig." Jetzt will Bürgermeister Hümmer Gespräche führen, in die auch Kreisbrandrat Alfred Tilz mit eingebunden werden soll.K arte von Oberrickelsheim
03.02.2010

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