USA: Kein Geld für Feuerwehr und Polizei



Camden am Ufer des breiten Delaware. Früher eine reiche Industriestadt, doch als wir näher kommen sehen wir schnell: Wir werden einen amerikanischen Alptraum filmen. Ein Kapitel haben wir in den Fernsehnachrichten verfolgt:

Achtzehnter Januar: 67 Feuerwehrleute und 180 Polizisten werden wegen leerer Stadt-Kassen gefeuert, die verbitterten Angestellten müssen ihre Ausrüstung abgeben.

Ein halbes Jahr später. Wir wollen wissen, was aus den Männern geworden ist. Pete und Andy hatten Glück: sie wurden nur zurückgestuft, behielten ihre Jobs. Doch die anderen sitzen alle noch auf der Straße, erzählen sie.

„Ein Drittel der gesamten Feuerwehr wurde stillgelegt.“

„Wir haben von zwölf Einsatz-Fahrzeugen nur noch Acht im Einsatz.“

Weniger Löschzüge in den Feuerwachen bedeuten längere Anfahrtswege, erklärt Andy, Zeit aber ist kostbar: Brände verdoppeln ihr Ausmaß im Minutentakt.

Wir erfüllen weder die nationalen Standards noch die von New Jersey, und wir verstoßen gegen Arbeits-Richtlinien, die unsere Sicherheit garantieren sollen.

Die Männer sind Profis, aber auch sie haben jetzt Angst um ihre Jobs. Die Stadt ist der zweitgrößte Arbeitgeber in Camden, wer auf der Straße sitzt hat so gut wie keine Chance hier.

Wir finden zwei der gefeuerten Feuerwehrmänner. Carlos ist Diabetiker, beide haben mit dem Job auch ihre Krankenversicherung verloren.

Ich bin so sauer, meint Damon, so wütend auf New Jersey, auf ganz America.

„Ich hatte doch endlich meinen amerikanischen Traum erfüllt, ein kleines Haus gekauft, wo meine Kinder sicher aufwachsen und zur Schule gehen sollten.“

Doch jetzt wohnt er wieder hier, zwischen verlassenen Ruinen und Drogendealern, ohne Job konnte Carlos seine Hypotheken nicht mehr bezahlen. Camden gilt als die gefährlichste Stadt der USA.

Ich kann meine Tochter nicht ´mal mehr auf die Highschool schicken, die wir ausgesucht hatten. Jeden Monat ohne Job wird es härter.

Damons Frau war Polizistin, auch sie wurde im Januar gefeuert.
„Die Drogendealer hatten da T-Shirts an mit der Aufschrift: 18ter Januar ist Zahltag.
Das heißt, die waren froh darüber. Ja, jetzt können die noch ruhiger dealen in ihren Ecken.

Carlos hat vier Kinder: Sie waren so stolz auf ihn, erzählt er, auf die Feuerwehr-Uniform. Jetzt hat eine Tankstelle ihm Arbeit angeboten: Mindestlohn, fünf Euro pro Stunde.

Die Zeiten, wo einer von einem Job leben konnte, Mittelklasse, das ist vorbei. [...]

vollständiger Artikel auf www.daserste.de

23.08.2011

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