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Wecksystem fehlt - Deutschland könnte Krieg verschlafen
 Ein an- und abschwellender Dauerton, der bis ins Mark ging: Realität noch vor Jahren, wenn Sirenen auf Hausdächern den Katastrophen- oder Kriegsfall simulierten. Doch das Warnsystem ist in weiten Teilen Deutschlands Geschichte, die Sirenen sind verschwunden. Und nichts hat sie ersetzt bisher.
Bis zum Mauerfall, da heulten sie noch. Spülten düstere Gedanken nach oben: an den Atom-Krieg, an Giftgas und Großbrände. Von Häuserdächern aus jaulten sie zwei Mal im Jahr zur Probe, meist im Frühling und vor dem Winter. Eindringlich, scharf und laut. Und jeder wusste dann: Das ist der Test für den Ernstfall."Jetzt kommt der Russe", scherzten manche im Westen, während sie sich die Ohren zuhielten.
Mit dem Ende des Kalten Krieges stellte der Bund die Wartung und Pflege der Sirenen ein, gab sie ab an die Länder, Kreise und Städte oder ließ sie abbauen – aus Kostengründen. Von den einst rund 70.000 Sirenen sind nach Schätzungen nur noch rund 35.000 übrig. Die stehen allerdings nur noch dort, wo besonders auffällige Gefahren lauern: Atomare Unfälle, Sturmfluten, Überschwemmungen. Dresden etwa hat ein umfangreiches Sirenen-Netz. Bayern auch: jeweils im Umkreis von 25 Kilometern rund um die Atom-Meiler. Und Hamburg natürlich, entlang der Elbe.
Mit den Einsparungen der Sirenen ist entstanden, was die Polizei einen "föderalen Flickenteppich" nennt. Der Umstieg auf moderne Alarmsysteme sei noch nicht gelungen, kritisiert Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft die Tatsache, dass viele Regionen in Deutschland ohne funktionierendes Bevölkerungswarnsystem dastehen. Und auch der Deutsche Feuerwehr-Verband fordert eindringlich: "Ein Weckeffekt mit einer eindeutigen Handlungsanweisung muss in Gebäuden ebenso wie im Freien erreicht werden." [...]
vollständiger Artikel auf www.n-tv.de
08.06.2012

Dazu auch die Diskussion im Feuerwehr-Forum:
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