Einsatzberichte

08.04.2017 17:38

Waiblingen Rems-Murr-Kreis

Baden-Württemberg

Brand in Gewerbe- und Praxisgebäude; hoher Sachschaden, keine Verletzten

Um 17.38 Uhr meldete die Leitstelle am Samstagabend eine Brandmeldung an das Lagezentrum der Polizei weiter. An der Ecke Alter Postplatz/Fronackerstraße war ein Containerbrand gemeldet worden, die Feuerwehr war auf der Anfahrt.

Beim Eintreffen von Feuerwehr und Polizei nur Augenblicke später hatte sich bereits ein offenes Feuer entwickelt, dessen Flammen sich an der Fassade, auf der Gebäuderückseite, hochfrasen. Die Flammen schmolzen die Außendämmung, die Hitze war dann auch schon so stark, dass durch alle Stockwerke hindurch die angrenzenden Fenster barsten.

Aus einer Arztpraxis im vierten Obergeschoss wurden dort zur OP-Nachsorge untergebrachte Patienten bereits nach draußen gebracht. Fünf Patienten und zwei Krankenschwestern konnten ohne Verletzungen durch das Feuer das Gebäude verlassen.

Der Stadtbrandmeister lobte später der Polizei gegenüber das vorbildliche Verhalten von Verantwortlichen und Patienten während dieser Rettungsaktion. Da die Patienten mit Krankentransportwagen zur Weiterbetreuung verlegt wurden, war kurzfristig das Gerücht aufgekommen, dass es Brandverletzte gab. Tatsächlich blieb der Löscheinsatz ohne Verletzte, die vorsorglich alarmierten 22 Frauen und Männer des Rettungsdienstes mussten nicht tätig werden.

Da nicht sicher ausgeschlossen werden konnte, dass das sich außer diesen sieben Personen noch andere Menschen im Gebäude befanden, beging die Feuerwehr den betroffenen Gebäudeteil, wobei niemand mehr angetroffen wurde. Eine Gaststätte und ein Lebensmittelmarkt im selben Gebäude, die zur Brandausbruchszeit noch geöffnet hatten, wurden geschlossen.

Der Löschangriff fand unter der Einsatzleitung von Stadtbrandmeister Jochen Wolf statt. Er hatte insgesamt 128 Wehrmänner der Feuerwehr Waiblingen und den Abteilungen Beinstein, Hegnach und Neustadt im Einsatz. Die Feuerwehr Fellbach unterstützte zunächst mit einem zweiten Drehleiterfahrzeug und später noch durch den Strahlenschutz.

Die Strahlenschutzeinheit wurde vorsorglich tätig, da im betroffenen Gebäudeteil auch eine Röntgenpraxis betrieben wird. Die Messungen erbrachten keine Umgebungsbelastung.

Die Waiblinger Polizei sperrte den Einsatzort weiträumig ab, die Kriminalbeamten des Kriminaldauerdienstes nahmen noch während der Löscharbeiten die Brandursachenerforschung in Angriff.

Der Feuerwehr gelang es das Feuer auf die Räume hinter den geborstenen Fenstern zu begrenzen. Dennoch wurden weitere Gebäudeteile durch den sehr dichten Rauch erreicht, so dass sich zusätzlicher Schaden durch Rauch- und Rußniederschlag in allen Stockwerken ergab. Eine Schadensschätzung gestaltete sich am Abend noch schwierig.

Der eigentliche Gebäudeschaden durch das Feuer wird auf einen mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt. Dazu kommt der Schaden durch den Rußniederschlag, der sich noch nicht einschätzen lässt. Noch völlig offen ist zudem, ob und welchen Schaden die medizinischen Geräte in den Praxisräumen nahmen.

Die Kriminalpolizei geht derzeit davon aus, dass sie belastbare Hinweise darauf hat, dass das Feuer seinen Ursprung außerhalb des Gebäudes hatte. Dort standen mehrere Drahtgittercontainer, in denen sich wohl Abfall und Verpackungsmaterial befand. Vermutlich dieses Material geriet in Brand, zündete dann aufgrund seiner Beschaffenheit recht schnell durch und fraß sich an der Fassade nach oben.

Die Ursache für das Entstehen des Feuers an dieser Stelle ist noch ungeklärt. Die Polizei in Waiblingen bittet dazu um Zeugenhinweise. Wer sich vor der Brandausbruchszeit im fraglichen Bereich aufhielt, wird gebeten, sich zu melden, unabhängig davon, ob er selbst Beobachtungen gemacht hat. Die Polizei ist an einem vollständigen Bild interessiert, an dem jeder beitragen kann, der sich ab etwa 16 Uhr in der Gasse hinter dem Gebäude aufhielt. Alle Hinweise werden bei der Polizei in Waiblingen unter Telefon 07151/9500 entgegengenommen.

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