15.05.2019 13:26

Velbert Langenberg Mettmann

Nordrhein-Westfalen

Fassadenbrand erfordert Großeinsatz der Feuerwehr

Viel Rauch, kein sichtbares Feuer - so fanden am heutigen Mittwoch kurz nach Mittag die Einsatzkräfte der Velberter Feuerwehr ein Doppelhaus an der Hüserstraße in Velbert-Langenberg vor.

Ein Nachbar hatte starke Rauchentwicklung am Dach des zweieinhalbgeschossigen Gebäudes ausgemacht, das zur einen Hälfte aus einer Schreinerei, zur anderen Hälfte aus Wohnungen besteht, und umgehend die Feuerwehr alarmiert. Wie sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte herausstellte, befand sich die Ursache des Qualms entgegen der ersten Meldung allerdings nicht in der Schreinerei, sondern in der Giebelwand des Wohngebäudes. Aus bislang unbekannter Ursache war die Dämmung hinter der vollständig mit Schiefer verkleideten Fassade in Brand geraten. Das Feuer hatte sich hinter dem Schiefer bereits vom Erdgeschoß bis zur Giebelspitze durch die Dämmung gefressen. Entsprechend drang Rauch aus der Fassade, vor allem aber aus dem Dach. Teilweise war der Brand auch schon durch die Fachwerkwand ins Gebäudeinnere vorgedrungen.

Die Feuerwehr war nach dem Alarm um 13.26 Uhr zunächst mit der hauptamtlichen Wache und den beiden freiwilligen Löschzügen Langenberg ausgerückt. Aufgrund des Umfangs der Löscharbeiten - die Einsatzkräfte mußten die Fassade öffnen sowie über das Dach vorgehen, um an das Feuer zu gelangen, und im Gebäude Riegelstellungen gegen ein Durchbrechen des Brandes aufbauen - wurden die drei Löschzüge aus Neviges und Tönisheide sowie ein weiterer aus Velbert-Mitte nachalarmiert. Zwischenzeitlich nahmen die Einsatzkräfte zwei Wenderohre über die beiden in Stellung gebrachten Drehleitern sowie ein C-Rohr von außen vor, während drei unter Atemschutz arbeitende Trupps im Innern des Gebäudes mit jeweils einem C-Rohr darüber wachten, daß sich die Flammen dort nicht Bahn brachen.

Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurde außerdem die Feuerwehr Ratingen mit einem Cobra-System angefordert. Dieses Löschsystem erlaubt den raschen Zugang zu Hohlräumen, wie sie beispielsweise bei Zwischendecken oder Fassaden vorhanden sind und arbeitet mit einem feinen Sprühnebel. Um alle Glutnester zu erreichen, mußte dennoch ein großer Teil der Schiefereindeckung geöffnet werden. Auch im Bereich des Daches blieb den Einsatzkräften am frühen Abend keine andere Wahl als die Eindeckung großflächig zu entfernen, um die dort in Brand geratene Dämmung unter den Dachpfannen effektiv löschen zu können.

Nach Hinzuziehen eines Statikers mußte das Gebäude am Abend wegen Einsturzgefahr gesperrt werden, die bis dahin im Innern tätigen Trupps wurden daher zurückgezogen. Zwischenzeitlich hatten die Stadtwerke das Haus stromlos geschaltet. Nach umfänglichen Nachlösch- und Aufräumarbeiten konnte die Feuerwehr schließlich um kurz nach 20 Uhr ihren Einsatz beenden.

Feuerwehr Velbert


Unterstützung durch Spezialfahrzeug mit Cobra - Schneidlöschsystem

Am heutigen Mittwochmittag wurde das Cobra Schneidlöschsystem der Feuerwehr Ratingen zur Unterstützung zu einem Gebäudebrand nach Velbert-Langenberg alarmiert. An einem alten Fachwerkhaus kam es aus ungeklärter Ursache zu einem Brand in der Fassadendämmung des Wohnhauses. Erste Versuche der Feuerwehr Velbert den Brand in der Fassade mit konventionellen Methoden zu bekämpfen zeigten zunächst keinen Erfolg, so dass ein Einsatz des Cobra Schneidlöschsystems in Erwägung gezogen wurde.

Nach Eintreffen der Einsatzeinheit aus Ratingen wurde zunächst eine umfassende Erkundung mittels Wärmebildkamera durchgeführt. Dabei waren im Bereich der Schieferfassade keine erhöhten Temperaturen oder Glutnester mehr festzustellen. Im Zuge der weiteren Erkundung konnte jedoch eine Brandausbreitung in die Dämmung der Dachhaut festgestellt werden. Über eine Drehleiter der Feuerwehr Velbert wurde das Cobra Löschsystem umgehend in den Einsatz gebracht. Wie bereits bei vergangenen Einsätzen bewährte sich auch hier wieder die Schneidlöschtaktik. Durch das Einbringen von feinem Wassernebel unterhalb der Dämmschicht konnte das Feuer, sowie kleinere Glutnester gezielt bekämpft werden. Im Anschluss an den Einsatz des Cobra Löschsystems wurden durch die Feuerwehr Velbert zur Kontrolle und für weitere Nachlöscharbeiten einzelne Dachpfannen, sowie Teile der Dachkonstruktion entfernt.

Der Einsatz der Einsatzeinheit des Löschzuges Mitte der Feuerwehr Ratingen war nach drei Stunden beendet.

Feuerwehr Ratingen


Update

Am Mittwoch (15. Mai 2019) brannte an der Hüserstraße in Velbert-Langenberg ein Doppelhaus.

Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei inzwischen davon aus, dass es sich bei der Brandursache um fahrlässige Brandstiftung handelt: Demnach hatte ein Anwohner in der Nachbarschaft mit einem Gasbrenner in seiner Einfahrt Unkraut vernichten wollen. Durch den dabei entstandenen Funkenflug entzündete sich die Außenfassade des Hauses, dessen Dachstuhl komplett abbrannte. Der Gesamtschaden liegt nach ersten Schätungen im sechsstelligen Bereich. Laut Angaben eines Statikers besteht akute Einsturzgefahr.

Im Laufe des Einsatzes erlitt der mutmaßliche Brandverursacher Kreislaufprobleme. Er wurde mit einem Rettungswagen vorsorglich zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Während der Löscharbeiten stellte ein Feuerwehrmann im nicht bewohnten Dachgeschoss mehrere Kabel fest, welche zu einem mit Stoff abgehangenem Bauschrank führten. Als er nachschaute, entdeckte er darin mehrere (mutmaßliche) Cannabis-Pflanzen, die hier angebaut wurden. Hierzu fertigte die Polizei eine gesonderte Anzeige an. Die Ermittlungen zu dem oder den Betreibern der Cannabis-Plantage dauern derzeit noch an.

Polizei

Weitere Berichte zu diesem Einsatz:

Brand in Langenberg - Hüserstraße erst am Abend wieder frei

An der Hüserstra�e in Langenberg hat am Mittwoch ein Haus gebrannt. Die Ursache ist noch unklar. Die Feuerwehr setzte Spezialgerät ein.


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