18.07.2019 21:50

Viersen Süchteln Viersen

Nordrhein-Westfalen

Feuerwehrmänner mit gutem Riecher

Der Brand eines Wohn- und Geschäftshauses an der Hochstraße in Süchteln sorgte in der Nacht zum Freitag, 19. Juli 2019, für einen Großeinsatz der Feuerwehr Viersen. Mehr als 60 haupt- und ehrenamtliche Wehrleute waren am Brandort. Rund anderthalb Dutzend Ehrenamtler besetzten ihre Wache und sorgten zusätzlich für den sogenannten Grundschutz.

Um 21.51 Uhr ging am Donnerstag, 18. Juli, der Alarm bei der Feuerwehr Viersen ein: Dachstuhlbrand in Süchteln. Die hauptamtliche Wache, der Löschzug Süchteln einschließlich der Löschgruppe Hagenbroich, die Einsatzleitwagen-Gruppe (ELW-Gruppe) und Kräfte des Rettungsdienstes aus Viersen und Tönisvorst wurden zur Brandstelle geschickt.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Dachgeschoß bereits in hellen Flammen. Zwei Trupps unter Atemschutz suchten im Gebäude nach weiteren Menschen. Der Verdacht, dass sich noch ein Bewohner im Haus befindet, bestätigte sich zum Glück nicht. Der zunächst als vermisst geltende Mann hatte das Haus ebenfalls bereits verlassen.

Die Feuerwehr löschte sowohl von der Hochstraße aus mit Unterstützung durch zwei Drehleitern als auch vom Innenhof her. Zugang bekam sie durch ein Haus am Westring. Um ausreichend Wehrleute zur Verfügung zu haben, die unter Atemschutz arbeiten können, wurde der Löschzug Viersen nachalarmiert. Auch Kräfte aus Dülken wurden hinzugezogen. Die Arbeit der Wehr konzentrierte sich zunächst darauf, ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser zu verhindern.

Die Löscharbeiten gestalteten sich sehr schwierig, weil das Feuer unter dem Dach nur mühsam zu erreichen war und immer wieder neu aufflammte. Etwa eine Stunde nach dem Alarm stürzten im Haus erste Zwischendecken ein, was die Bekämpfung des Brandes zusätzlich erschwerte.

Die Polizei, die mit zahlreichen Kräften am Ort war, hatte zunächst die Verbindung Düsseldorfer Straße-Ostring gesperrt. Nachdem mehr und mehr nachalarmierte Feuerwehrkräfte mit ihren Fahrzeugen eintrafen, musste auch der Westring in diesem Bereich geschlossen werden.

Nach Mitternacht war das Feuer unter Kontrolle. Die Ausbreitung auf weitere Häuser drohte nicht mehr. Um weitere Glutnester löschen zu können, wurde das Dach großflächig abgedeckt. Gegen 1.45 Uhr waren die Löscharbeiten dann beendet.

Die Feuerwehr richtete eine Brandwache ein. NEW stellte Strom, Gas und Wasser in dem Haus ab. Der Bauhof rückte an, um den betroffenen Bereich mit einem Bauzaun zu sichern. Gegen 2.45 Uhr wurde der Straßenverkehr im Kreuzungsbereich wieder freigegeben.

Ein Hausbewohner wurde vorsorglich ins St.-Irmgardis-Krankenhaus gefahren. Weitere Verletzte gab es bei dem Einsatz nicht. Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Kriminalpolizei übernommen. Anschließend wird untersucht, ob das Gebäude erhalten werden kann oder als Totalschaden zu werten ist.

Feuerwehr Viersen


Am Donnerstagabend, 18.07.2019, nahmen Feuerwehrmänner in ihrer Freizeit in Viersen-Süchteln gegen 21:50 Uhr Brandgeruch wahr und machten sich auf die Suche nach der Ursache.

Schnell fanden sie ein Mehrfamilienhaus auf der Hochstraße, bei dem sie Rauchentwicklung im Dachstuhl feststellten, und alarmierten ihre Kollegen.

Einer der Feuerwehrmänner trat die Haustüre des Dreiparteien-Hauses auf und lief in die oberen Etagen, in denen sich die Wohnungen befinden.

Bei der Durchsuchung des Hauses nach Bewohnern wurde in einer Dachgeschosswohnung ein gehbehinderter Bewohner vorgefunden und von den Feuerwehrmännern in Sicherheit gebracht.

Der 58-jährige Mann wurde, da er sich eine leichte Rauchvergiftung zugezogen hatte, einem Krankenhaus zugeführt.

Vor Ort wurde von diesen Feuerwehrmännern festgestellt, dass der Hauptbrandherd in der Wohnung des späteren Tatverdächtigen lag.

Die alarmierte Feuerwehr löschte den Brand, konnte aber nicht mehr verhindern, dass der Dachstuhl mit zwei Wohnungen vollständig ausbrannte, wobei hoher Sachschaden entstand.

Bei dem Tatverdächtigen der schweren Brandstiftung handelt es sich um den 35-jährigen Bewohner einer der Dachgeschosswohnungen.

Er befindet sich derzeit noch auf der Flucht, ist aber zur Festnahme ausgeschrieben.

Nach Würdigung des Sachverhalts bewertet die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach den Fall, neben der schweren Brandstiftung, als versuchten Mord.

Die Polizei Mönchengladbach hat als Kriminalhauptstelle gemeinsam mit der Polizei Viersen eine Mordkommission eingerichtet, die die Ermittlungen aufgenommen hat.

Polizei

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Nach einem schweren Brand in Viersen ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung und versuchten Mordes. Eine groß angelegte Fahnung führte zum Erfolg.

Westdeutsche Zeitung

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