01.01.2020 00:27

Wolfsburg

Niedersachsen

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr massiv mit Feuerwerksraketen und Leuchtmunition beschossen

Bei einem Einsatz wegen eines Brandalarms in einem Schulkomplex in Wolfsburger Stadtteil Westhagen wurden in der Silvesternacht Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr massiv mit Feuerwerksraketen und Leuchtmunition durch ausufernde Silvesterfeiernde vom nahen Marktplatz vor dem Einkaufszentrum beschossen. Nachdem Einsatzbeamte aus Braunschweig und Gifhorn zur Unterstützung am Einsatzort zusammengezogen wurden, stellen 26 Einsatzkräfte bei insgesamt 31 Personen die Identität fest. Mit Platzverweisen wurde das Silvesterfeuerwerk der Feiernden nach drei Stunden schließlich beendet. Als sich vier Beteiligte im Alter zwischen 18 und 23 Jahren den polizeilichen Maßnahmen widersetzen und als mutmaßliche Tatverdächtige von Einsatzkräften erkannt werden, fixieren Beamte das Quartett mit Handfesseln. Es werden drei Schreckschusswaffen mit Aufsätzen zum Verschießen von Feuerwerksmunition sichergestellt. Erst später stellte sich heraus, dass Schulfensterscheiben mutwillig zerstört und in dem betroffenen Klassenzimmer Knallkörper gezündet wurden. Vermutlich entstand ein Schaden von über 10.000 Euro. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Landfriedensbruch in besonders schwerem Fall.

Nach ersten Erkenntnissen wurden zunächst mehrere Fensterscheiben der Wolfsburger Oberschule und des Albert-Schweitzer-Gymnasiums zerstört. Danach wurden mehrere angezündete Silvesterraketen und Knallkörper in ein Klassenzimmer geworfen. Brandbeschädigungen an dem Schulmobiliar, Wänden und dem Fußboden waren die Folge. Zu diesem Zeitpunkt halten sich mindestens 50 Feiernde auf dem nahen Marktplatz zum Silvesterfeuerwerk auf. Als Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr aufgrund des Brandmeldealarms im Schulkomplex den genauen Brandort lokalisieren, werden sie mit Böllern beworfen, die in einer extrem lauten blitzartigen Detonation abbrennen, so das Beamte später von illegalen Feuerwerkskörpern ausgehen. Als die Einsatzkräfte sich in dem betroffenen Klassenzimmer zur Schadensbegutachtung aufhalten, näherte sich eine kleine Gruppe, zündete Raketen und nutzte Feuerwerksmunition, die nur aus Schreckschusswaffen abgefeuert werden kann. Diese Feuerwerksgeschosse schlugen durch die zerstörten Scheiben direkt in dem Klassenzimmer zwischen den Kräften ein. Zum Glück wurde keine Einsatzkraft verletzt. Bei diesen Waffen handele es sich nach dem Waffengesetz um erlaubnispflichtige Waffen, die auf öffentlichen Wegen und Plätzen nicht geführt werden dürfen.

Nach den ausgesprochenen Platzverweisen löste sich die Gruppe auf dem Marktplatz auf. Die zerstörten Scheiben der Schule wurden gesichert. Die Ermittlungen dauern an.


Update 03.01.2020:

Ermittlungsgruppe nimmt Arbeit zu Ereignissen in der Silvesternacht auf - Polizisten bitten um Mithilfe

Nachdem Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr in der Silvesternacht im Wolfsburger Stadtteil Westhagen bei einem Einsatz wegen eines Brands in einem Schulzentrum gezielt mit Feuerwerkskörpern und durch das Abschießen von Leuchtmunition angegriffen wurden (wir berichteten), erfolgen die Untersuchungen zu den Ereignissen durch eine dreiköpfige Ermittlungsgruppe des Zentralen Kriminaldienstes der Polizei Wolfsburg. Die Ermittler bitten um Unterstützung und sind insbesondere an Foto- und Videoaufnahmen von dem Tatort an dem Schulkomplex im Bereich der Jenaer Straße/Halberstädter Straße interessiert. Zeugen setzen sich bitte mit der Polizei Wolfsburg unter der Rufnummer 05361-46460 in Verbindung.

Rund 50 Silvesterfeiernde hatten sich um Mitternacht auf Marktplatz am Einkaufszentrum neben den angrenzenden Schulgebäuden eingefunden und das neue Jahr mit Feuerwerkskörpern begrüßt. Nach den unerwarteten Angriffen auf die Einsatzkräfte wurden Einsatzbeamte aus Braunschweig und Gifhorn zur Unterstützung zusammengezogen. Danach stellten 26 Einsatzkräfte bei insgesamt 31 Personen die Identität fest und beendeten mit Platzverweisen das Silvesterfeuerwerk der Feiernden nach drei Stunden.

Polizei Wolfsburg

Weitere Berichte zu diesem Einsatz:

Attacken in der Silvesternacht: Handyvideo zeigt Angriff von Randalierern auf Wolfsburger Schule - WELT

Im Wolfsburger Stadtteil Westhagen haben über 30 junge Menschen in der Silvesternacht an einem Schulzentrum randaliert. Die mutmaßlichen Täter haben die Videos der Tat offenbar selbst ins Netz gestellt.

DIE WELT

Silvester-Randale an Schule: Handyvideo zeigt Tat

In Wolfsburg sind in der Silvesternacht Feuerwerkskörper in ein Klassenzimmer geworfen worden. Nun ist ein Handyvideo aufgetaucht, das offenbar die Attacken zeigt.

NDR Mediathek

Silvester-Ausschreitungen in Wolfsburg: Beamte massiv beschossen – Schule in Brand gesteckt

In der Silvesternacht ist es in Wolfsburg zu massiven Ausschreitungen an einem Gymnasium gekommen. Jugendliche hatten dort offenbar mutwillig Scheiben des Schulgebäudes eingeschlagen und Knallkörper in die Räume geworfen, sodass sich ein Brand entwic

RT Deutsch

Schule in Wolfsburg: Chaoten zünden Klassenzimmer im Stadtteil Westhagen an und schie�en auf Polizisten

Zerstörte Scheiben, Feuer und Böller in mindestens einem Klassenzimmer und Angriffe auf Einsatzkräfte: Im Wolfsburger Stadtteil Westhagen haben über 30 junge...

rtl.de


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