14.04.2020 12:31

Hamburg Rissen

Hamburg

Brennendes Reetdachhaus durch Feuerwehr gelöscht

Mehrere Anrufer meldeten der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg am Mittag über den Notruf 112 ein Feuer im Dach eines reetgedeckten Gebäudes im Stadtteil Rissen. Daraufhin wurden zunächst eine Löschgruppe der Berufsfeuerwehr und zwei Freiwillige Feuerwehren zum Einsatzort alarmiert. Aufgrund der Vielzahl von Anrufen erhöhte der Führungs- und Lagedienst noch vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte die Alarmstufe auf Feuer2, um weitere Kräfte und technisches Gerät zur Sicherstellung einer größeren Löschwasserversorgung am Einsatzort sicherzustellen.

Das Bewohnerpaar, welches sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in dem historischen Gebäude befand, wurde von Passanten vor dem Brand gewarnt, sodass es sich selbständig unverletzt ins Freie begeben konnte. Als die ersten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Rissen die unweit ihres Feuerwehrgerätehauses gelegene Einsatzstelle erreichten, war der gesamte Straßenzug bereits stark verraucht und hell lodernde Flammen aus dem reetgedeckten Dachstuhl des etwa 20 x 12 Meter messenden Wohngebäudes zu sehen. Daraufhin veranlasste der Einsatzleiter eine Warnung der Bevölkerung über Rundfunkdurchsagen, Mobiles Warnsystem MoWas und Social-Media im Umkreis von 500 Metern um den Einsatzort. Türen und Fenster sollten geschlossen gehalten und Gebäudelüftungsanlagen auf Umluft-Zirkulation oder ausgeschaltet werden, um sich vor dem Brandrauch zu schützen. Durch den sofort eingeleiteten massiven Löschangriff mit mehreren Trupps unter umluftunabhängigem Atemschutz und dem Einsatz von insgesamt fünf B-Rohren, sowie zwei C-Rohren über Drehleitern, die als sog. Riegelstellung zu einem angrenzenden Nebengebäude eingesetzt wurden, konnte ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. Dennoch wurde das gesamte Gebäude durch den rasanten Brandverlauf im Dachstuhl des mit trockenem Reet eingedeckten Daches und durch den Einsatz von Löschwasser komplett zerstört. Bei den sehr personal- und zeitintensiven Nachlöscharbeiten musste dem Löschwasser zeitweise Netzmittel beigemischt werden, um einen besseren Löscherfolg zu erzielen. Hierbei kam auch das Teleskopmastfahrzeug 53 der Technik- und Umweltschutzwache wegen seiner großen Reichweite und ein Kettenbagger des Technischen Hilfswerkes aus Hamburg zum Einsatz. Ein Betreten des stark einsturzgefährdeten Gebäudes war nicht mehr möglich. Mit Hilfe von Wärmebildkameras konnten im weiteren Verlauf noch diverse Glut- und Wärmenester im Gebäudeinneren festgestellt und mussten abgelöscht werden. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde die Einsatzstelle der Polizei zur Brandursachenermittlung übergeben. Eine Unterbringung der betroffenen Bewohner konnte in Eigenregie organisiert werden.

Insgesamt waren zwei Löschgruppen der Berufsfeuerwehr, sechs Freiwillige Feuerwehren, zwei Führungsdienste A und B, ein Bereichsführer FF, der Landesbereichsführer FF und Stellvertreter, drei Wechselladefahrzeug mit den Abrollbehältern Atemschutz und Schlauchmaterial, ein Umweltdienst, ein Teleskopmastfahrzeug 53, ein Führungsdienst des THW HH, ein Kettenbagger des THW HH, ein Rettungswagen und der diensthabende Pressesprecher vor Ort im Einsatz.

Feuerwehr Hamburg

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