26.05.2020 18:00

Hattingen Ennepe-Ruhr-Kreis

Nordrhein-Westfalen

Zwei Einsätze am Abend: Verkehrsunfall mit mehreren PKW und Brand eines Elektrofahrzeugs

Zwei Einsätze haben die Hattinger Feuerwehr heute Abend über mehrere Stunden beschäftigt. Zunächst wurde um 18 Uhr ein Verkehrsunfall auf der Isenbergstraße gemeldet. Hier sollten mehrere PKW verunfallt sein und Personen in den Fahrzeugen eingeklemmt worden sein. Letzteres bestätigte sich vor Ort zum Glück nicht.

Unterhalb der Isenburg sind zwei PKW zusammengestoßen. Dabei wurden beiden Fahrzeuge erheblich beschädigt. Die drei Insassen des Mercedes Kombi wurden dabei leicht verletzt und durch Rettungsdienst und Notarzt versorgt. Alle drei konnten an der Einsatzstelle verbleiben. Der Fahrer des Dacia befand sich weder in seinem PKW noch an der Einsatzstelle. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr leiteten daher parallel mehrere Maßnahmen ein: An der Unfallstelle, die sich auf eine Länge von rd. 50 Meter verteilte, wurde der Brandschutz sichergestellt, auslaufende Betriebsmittel abgestreut und die Fahrzeugbatterien abgeklemmt. Die Polizei sperrte die Fahrbahn in beide Richtungen.

Da über den Verbleib und den Zustand des zweiten Fahrzeugführers nichts bekannt war, durchsuchten die Rettungskräfte die angrenzenden Straßen und Waldgebiete. Trotz eines starken Kräfteansatzes blieb die Suche ohne Erfolg. Die Polizei setzte im weiteren Verlauf einen Hubschrauber zur Suche ein. Im Einsatz waren die hauptamtlichen Kräfte sowie der Löschzug Niederwenigern.

Noch während der Aufräumarbeiten an dieser Einsatzstelle erreichte die Feuerwehr die Meldung über ein brennendes Elektroauto in der Lindenstraße. Die Rauchsäule war bereits von Weitem sichtbar. Am Straßenrand brannte ein Elektrokleinfahrzeug in voller Ausdehnung. Zur Brandbekämpfung und zum Schutz der Bewohner der umliegenden Wohnhäuser wurde sofort die Brandbekämpfung mit einem C-Rohr unter schwerem Atemschutz eingeleitet. Aufgrund des Gefahrenpotentials mussten die Einsatzkräfte hier besonders auf den Eigenschutz achten.

Auch wenn der eigentliche Brand schnell gelöscht werden konnte, folgten umfangreiche Nachlöscharbeiten. Beim Brand eines Elektroautos entsteht die thermische Energie nicht nur an der Oberfläche, sondern im Inneren der verbauten Akkus. Dieser Prozess kann nur durch intensive Kühlmaßnahmen unterbrochen werden. Und genau dies erfolgte an der Einsatzstelle, um den chemischen Prozess im Akku zu unterbrechen. Kontrollen mit der Wärmebildkamera zeigten immer wieder eine deutliche Wärmeentwicklung sobald die Löschmaßnahmen unterbrochen wurden.

Zur Besprechung des weiteren Vorgehens wurden Mitarbeiter der Fachbereich Ordnung und Stadtbetriebe zur Einsatzstelle beordert. Zusätzliche erfolgte eine Information an die untere Wasserbehörde. Ergebnis der Besprechung war die Anforderung einer wasserdichten Mulde bei einer Fachfirma. Diese wurde vor Ort mit mehreren Tausend Liter Wasser befüllt. In dieses "Wasserbad" konnten dann die Überreste des Fahrzeugs gehoben werden. So ist gewährleistet, dass der Akku dauerhaft gekühlt und eine erneute Entzündung verhindert wird.

Nach einer abschließenden Lagebesprechung konnte der fast dreistündige Einsatz erfolgreich beendet werden.

Auch wenn es der erste Brand eines Elektroautos in Hattingen war, so waren die Einsatzkräfte gut hierauf vorbereitet. Im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung wurden auch diese Einsatzszenarien besprochen und geübt, so dass es hierzu auch entsprechende Einsatzkonzepte gibt, die heute Ihre Anwendung fanden.

Feuerwehr Hattingen


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