11.08.2020 12:15

Erkrath Hochdahl Mettmann

Nordrhein-Westfalen

Gefahrguteinsatz in einem Hochhaus

Die Feuerwehr Erkrath wurde heute Mittag um 12:15 Uhr mit allen drei ehrenamtlichen Löschzügen sowie der hauptamtlichen Wache und dem Rettungsdienst zu einem Hochhaus "Am Stadtweiher" in Erkrath-Hochdahl alarmiert. Dort sollte sich laut Anrufer eine unbekannte Chemikalie mit einem stechenden Geruch im Aufzug befinden.

Vor Ort fanden die Einsatzkräfte folgende Lage vor: Beim Entrümpeln einer leerstehenden Wohnung im 11. Obergeschoss des Hochhauses waren beim Transport zu dem Fahrzeug des Entrümpelungsunternehmen unbekannte Mengen verschiedener Chemikalien ausgelaufen. Die Fachkräfte des Entrümpelungsunternehmens hatten sich aufgrund des stechenden Geruchs und der damit verbundenen Schleimhautreizungen bereits vor Eintreffen der Feuerwehr selbstständig in ärztliche Behandlung begeben.

Im 11. Obergeschoss wurde eine ca. 1,5 m² große Lache eines unbekannten Stoffes vorgefunden. In dem vor dem Haus stehenden Lkw der Firma befanden sich mehrere Mülltüten aus denen ebenfalls eine unbekannte Menge von Flüssigkeiten ausgelaufen war.

Durch die Einsatzkräfte wird zurzeit der kontaminierte Bodenbelag im 11. Obergeschoss entfernt und zur Entsorgung vorbereitet. Aufgrund der unbekannten Stoffe müssen die vorgehenden Einsatzkräfte unter umluftunabhängigen Atemschutz und Chemikalienschutzanzug vorgehen. Die Dekontamination des Lkw wird vorbereitet.

Aufgrund der hohen Temperaturen und des damit verbundenen kräftezehrenden Einsatzes wurden zusätzliche Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Hilden sowie zur Führungsunterstützung vor Ort die Feuerwehr Ratingen alarmiert. Den Grundschutz für die Stadt Erkrath wird durch die Feuerwehr Haan mit einem Löschfahrzeug sowie Erkrather Einsatzkräfte von der Feuer- und Rettungswache an der Schimmelbuschstraße sichergestellt.

Es wird noch mit einer voraussichtlichen Einsatzzeit von ca. 90 Minuten gerechnet.

Update:

Wie in der ersten Pressemeldung mitgeteilt, kam es am heutigen Tag im Stadtteil Erkrath-Hochdahl in einem Hochhaus bei der Entrümpelung einer aufgegebenen Wohnung durch defekte Behältnisse und Gefäße unbekannter Chemikalien zu einer Kontamination (Verunreinigung) des Etagenflures, der Fahrstuhlkabine und von Teilen des Entrümpelungsgutes sowie des Lkw der Entrümpelungsfirma.

Zunächst wurden die Einsatzkräfte der hauptamtlichen Wache der Feuerwehr Erkrath mit dem Einsatzstichwort "Geruch" zum Hochhaus am Stadtweiher alarmiert. Die Einsatzleiterin erhöhte umgehend die Alarmstufe auf das Stichwort "BC-Unfall" nachdem die Mitarbeiter der Entrümpelungsfirma ihr den Sachverhalt geschildert hatten und im Treppenraum des 11. Obergeschosses ein starker, beißender Geruch wahrnehmbar war. Die beiden betroffenen Mitarbeiter, die wie bereits angegeben eigenständig vor dem Eintreffen der Feuerwehr einen Arzt aufgesucht hatten, wurden vom Notarzt der Feuerwehr Mettmann gesichtet und mit einem Rettungswagen der Feuerwehr Haan der Uniklinik Düsseldorf zur ambulanten Behandlung zugeführt.

Durch die Feuerwehr Erkrath, ergänzt durch Einsatzkräfte der Feuerwehr Hilden, wurden insgesamt sechs Trupps mit leichten Chemikalienschutzanzügen (mittlere Schutzstufe, Form 2) unter umluftunabhängigem Atemschutz zur Lageerkundung und zur Entfernung der Bodenfliesen im Etagenflur eingesetzt. Weiterhin wurden die Wohnung sowie der dazugehörende Kellerverschlag kontrolliert und die Lkw-Ladefläche gesichert. Zur Dekontamination (Reinigung von Schadstoffen) der vorgehenden Atemschutztrupps wurden weitere sieben Trupps unter Atemschutz eingesetzt. Der Austausch der Einsatzkräfte unter Atemschutz war aufgrund der hohen Temperaturen und der damit im Zusammenhang stehenden körperlichen Belastung erforderlich.

Alle kontaminierten Gegenstände wurden zum Einsatzende im sichergestellten Lkw der Entrümpelungsfirma gelagert. Die Firma erhielt seitens der örtlichen Ordnungsbehörde die Auflage den Inhalt des Lkw der ordnungsgemäßen Entsorgung zuzuführen.

Die Feuerwehr Ratingen unterstütze die Einsatzleitung der Feuerwehr Erkrath mit der Führungsgruppe sowie einem Einsatzleitwagen. Weiterhin stellte die Feuerwehr Ratingen weiteres Material zur Beseitigung von ABC-Gefahren zur Verfügung. Der Ortsverein des DRK Erkrath versorgte die Einsatzkräfte mit gekühlten Getränken und Wassereis. Da alle Kräfte der Feuerwehr Erkrath in den Einsatz eingebunden waren, wurde der Grundschutz für die Stadt Erkrath von der Feuerwehr Haan mit einer Löschgruppe sichergestellt. Aufgrund der überörtlichen Anforderung von Einsatzkräften verschaffte sich der Kreisbrandmeister des Kreises Mettmann einen Überblick an der Einsatzstelle und unterstützte die Einsatzleitung.

Der Einsatz konnte gegen 18 Uhr beendet werden. Die Reinigung der Geräte sowie die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft werden voraussichtlich noch einige Stunden in Anspruch nehmen.

 

Feuerwehr Erkrath

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