15.08.2020 23:15

Hamburg Steinwerder

Hamburg

Schiffsunfall und Verdacht der Trunkenheit auf der Elbe

Gestern am späten Abend wurde der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg über den Notruf 112 ein gekentertes Sportboot in der Elbe, im Bereich eines Trockendocks, gegenüber den St. Pauli Landungsbrücken gemeldet. Augenzeugen vermuteten, dass die Verunglückten möglicherweise unter das Dock geraten seien. Da die genaue Anzahl der Besatzungsmitglieder zunächst unbekannt war, alarmierte der Führungs- und Lagedienst zahlreiche Rettungs- und Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr, Berufsfeuerwehr und DLRG, mit Kleinbooten und Rettungstauchern, sowie zwei Löschboote zur gemeldeten Einsatzadresse.

Als die ersten Einsatzkäfte vor Ort eintrafen, hatte ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der ortsansässigen Werft bereits eine Person aus der Elbströmung gerettet. Eine zweite Person war zwischenzeitlich von einem Boot der Wasserschutzpolizei gerettet worden. Kurz darauf rettete ein Mitarbeiter der werfteigenen Betriebsfeuerwehr das dritte Besatzungsmitglied und verletzte sich dabei leicht am Arm. Weitere Personen waren nicht an Bord des kleinen Sportbootes, sodass die mitalarmierten Rettungstaucher ihren Einsatz abbrechen konnten. Alle vier Patienten wurden sofort durch Notfallsanitäter rettungsdienstlich versorgt und nach Sichtung durch einen Notarzt im weiteren Verlauf leichtverletzt in umliegende Krankenhäuser befördert. Der untergegangene Havarist wurde von einem Kleinboot der DLRG unter dem Schwimmdock hervorgezogen, gesichert und für weitere Ermittlungen zur Unfallursache der Wasserschutzpolizei übergeben.

An dieser Rettungsaktion waren zwei Löschgruppen der Berufsfeuerwehr, ein Einsatzführungsdienst B, ein Umweltdienst, ein Bereichsführer FF, die Rettungstaucher der Feuerwehr Hamburg und der DLRG, fünf Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, zwei Kleinboote, zwei Löschboote, ein Einsatzzug der DLRG mit Personensuchsonargeräte und Drohne sowie der diensthabende Pressesprecher, mit insgesamt rund 60 Einsatzkräften beteiligt.

Feuerwehr Hamburg


Beamte des Wasserschutzpolizeikommissariats 2 (WSPK 2) haben wegen eines Schiffunfalles und der Trunkenheit im Schiffsverkehr auf der Elbe die Ermittlungen aufgenommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwei Männer (19 /22) und eine Frau (20) mit einem Motorboot (15 PS) auf der Norderelbe im Hamburger Hafen unterwegs. Aus noch ungeklärter Ursache verkantete sich das etwa 3 Meter lange und 1,5 m breite Boot unter den Aufbauten des Docks 11 und geriet dadurch in Schräglage. Hierbei lief das Boot voll Wasser und begann zu sinken. Die drei Insassen fielen hierbei offenbar in die Elbe.

Die durch Zeugen alarmierten Polizeibeamten der Wasserschutzpolizei rückten umgehend sowohl mit einem Funkstreifenwagen, als auch mit dem Funkstreifenboot Elbe 23 an.

Zudem waren neben weiteren Polizeibeamten der Polizeikommissariate 11 und 14 auch die Werksfeuerwehr von Blohm und Voss, die Feuerwehr und die DLRG im Einsatz.

Nachdem die zwei Männer und die Frau aus dem Wasser gerettet worden waren, stellten die Beamten Alkoholgeruch bei den jungen Erwachsenen fest. Ein Atemalkoholtest beim 22-jährigen deutschen vermeintlichen Schiffsführer ergab einen Wert von 1,2 Promille. Sowohl bei dem 22-Jährigen, als auch bei den beiden Passagieren wurden Blutprobenentnahmen angeordnet.

Die drei unverletzt gebliebenen Bootsfahrer wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Im Zuge der Rettung erlitt ein 36-jähriger Mitarbeiter der Werksfeuerwehr von Blohm und Voss eine Oberarmfraktur.

Das vollgelaufene aber nicht gesunkene GFK-Sportboot konnte anschließend zum Revierponton des WSPK 2 geschleppt werden.

Polizei Hamburg

Weitere Berichte zu diesem Einsatz:

Boot sinkt im Hamburger Hafen: Polizei ermittelt gegen Kapitän (22)

Im Bereich des Docks 11 von Blohm+Voss wurden bei der Havarie eines Boots drei Menschen gerettet. Der Hobby-Kapitän steht nun im Fokus der Polizei.


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