26.08.2020 21:30

Elz Limburg-Weilburg

Hessen

Brand in holzverarbeitendem Betrieb verursacht hohen Sachschaden

Mit dem Einsatzstichwort "unklare Rauchentwicklung am Spänebunker" wurde die Feuerwehr Elz am 26. August 2020 um 21:39 Uhr zum Sägewerk Reichwein in die Limburger Straße per Kleinalarm alarmiert. Bereits während der Anfahrt der ersten Fahrzeuge erfolgte zwei Minuten später eine Alarmstufenerhöhung auf Vollalarm für die Feuerwehr Elz.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatten die Flammen bereits auf das Dach der Fertigungshalle übergegriffen. Noch während Anfahrt zur Einsatzstelle lies Gemeindebrandinspektor Hilmar von Schenck als Einsatzleiter daher die Nachbarfeuerwehr Limburg mit einem kompletten Löschzug, zwei Drehleitern sowie dem Gerätewagen Atemschutz nachalarmieren.

Die Löschwasserversorgung des Brandobjekts ist als unzureichend bekannt, da am Sägewerk, das unmittelbar auf der Gemarkungsgrenze zu Limburg neben der Autobahn gelegen ist, nur eine Wasserleitung mit gertinegem Querschnitt im Bereich der Bundesstraße 8 liegt. Daher gibt es bei der Feuerwehr Elz Sondereinsatzpläne für das Objekt, wonach aus Wasserleitungen größeren Querschnitts das Löschwasser per Schlauchleitung teilweise unter den Bahngleisen der direkt am Brandobjekt vorbeiführenden Westerwaldbahn zugeführt werden muss. Dadurch muss sich das Einsatzteam standardmäßig auf drei Wasserentnahmestellen verteilen, wobei beispielsweise die Feuerwehr des Ortsteils Malmeneich direkt den Hydrant im Wendehammer der Eisenbahnstraße anfährt.

Als großer Vorteil in der Anfangsphase der Brandbekämpfung erwiesen sich dabei erneut die großen Löschwassertanks der Elzer Einsatzfahrzeuge. Damit konnte wichtige Zeit bis zur Sicherstellung einer stationären Löschwasserversorgung gewonnen werden.

Gleich zu Beginn des Einsatzes wurden drei Einsatzabschnitte gebildet, um Struktur in die großräumige Einsatzstelle zu bringen. Neben der Elzer Drehleiter kamen die beiden Limburger Drehleiterfahrzeuge im südlichen Teil der Fertigungshalle zum Einsatz, um den Brand der Dachflächen konzertiert von oben zu bekämpfen. Parallel dazu fand ein umfangreicher Innenangriff mit mehreren Löschtrupps unter Atemschutz im Inneren der Fertigungshalle statt.
Kräfte der Feuerwehr Limburg verlegten außerdem mehrere Schlauchleitungen zur Löschwasserzuführung vom Elbbach sowie dem Hochbehälter auf dem Werksgelände der Firma MeierGuss in Staffel.
Dabei wurde sie von den Stadtteilfeuerwehren aus Staffel, Lindenholzhausen und Linter unter der Leitung von Stadtbrandinspektor René Jung unterstützt. Infolge Funkenflugs entstanden zudem Sekundärbrände im Bereich der benachbarten Bahnlinie, die von den Stadtteilfeuerwehren aus Ahlbach und Offheim separat abgelöscht werden mussten.

Die Bahnlinien und die Bundesstraße 8 waren während der heißen Phase der Löscharbeiten gesperrt worden.

Durch den geballten Löscheinsatz der 117 Einsatzkräfte der Feuerwehren gelang es, die Flammen in der Mitte der Fertigungshalle zu stoppen und ein Übergreifen auf das benachbarte Wohnhaus und weitere Betriebshallen sowie ein benachbartes Architekturbüro zu verhindern.

Neben Kreisbrandinspektor Georg Hauch und seinem Stellvertreter Thomas Schmidt überzeugten sich der Elzer Bürgermeister Horst Kaiser, sein Limburger Amtskollege Dr. Marius Hahn sowie Landrat Michael Köberle vor Ort vom reibungslosen Einsatz der Feuerwehren.

In einem eigenen Beitrag auf dem Social-Media-Kanal der Gemeinde Elz bedankte sich Bürgermeister Kaiser bei den beteilgten Einsatzkräften mit treffenden Worten für die beeindruckende Leistung.
Aber auch die Bäckereien Schäfer und Huth, Getränke Herzberg, das Kebabhaus, die Tankstelle Kaiser sowie die vom Brand betroffene Familie Reichwein unterstützten die Einsatzkräfte auf das Beste mit bereit gestellten Erfrischungsgetränken und Verpflegung, wofür sich die Feuerwehr Elz auf diesem Wege ganz herzlich bedankt.

Bewährte Unterstützung als betriebliches Rettungsmittel leisteten erneut die Kameraden der DRK-Ortsvereins Elz, aber auch die Kollegen des DRK-Rettungsdienstes, die einen Kameraden der Feuerwehr Limburg, der sich beim Einsatz am Fußgelenk verletzte, versorgten.

In den frühen Morgenstunden konnten die Feuerwehren der Stadt Limburg aus dem Einsatz abgelöst werden, während die Elzer Einsatzkräfte bis gegen 21:30 Uhr vor Ort blieben. Für die Nacht wurde eine Brandwache der Feuerwehr Elz eingerichtet.

Feuerwehr Elz


Beim Brand in einem holzverarbeitenden Gewerbebetrieb ist in der vergangenen Nacht ein hoher Sachschaden entstanden, der bei mindestens 1,5 Millionen Euro liegt. Menschen kamen durch das Feuer glücklicherweise nicht zu Schaden.

Am Mittwochabend, gegen 21.30 Uhr, meldeten Zeugen eine unklare Rauchentwicklung im Bereich der Firma in der Limburger Straße, woraufhin die Feuerwehr Elz und die Limburger Polizei die Mitteilung überprüften. Am Einsatzort konnte zu diesem Zeitpunkt bereits der Vollbrand einer großen Werkshalle festgestellt werden. Dort wurden hochwertige Maschinen beschädigt und das Feuer breitete sich schnell auch auf gelagertes Holz auf dem Betriebsgelände aus.

Ersten Ermittlungen zufolge brach der Brand im Bereich eines Transformatorenraumes aus. Die Feuerwehren aus Elz, Limburg, Staffel, Linter, Offheim, Lindenholzhausen und Hadamar beteiligten sich im Einsatzverlauf an der Brandbekämpfung. Zur Brandursache liegen derzeit noch keine gesicherten Informationen vor. Die Limburger Kriminalpolizei hat dazu die Ermittlungen aufgenommen und das Hessische Landeskriminalamt sowie einen Gutachter involviert.

Der Autoverkehr auf der nahegelegenen Bundesautobahn 3 sowie der Zugverkehr der angrenzenden Regionalbahn waren durch starke Rauchentwicklung und die über die Bahnschienen geführten Schläuche beeinträchtigt. Daher wurde der Bahnverkehr vorübergehend eingestellt.

Darüber hinaus gingen bei der Limburger Polizei Hinweise ein, dass auf der Autobahnbrücke über die Bundesstraße 8, zwischen Staffel und Elz, Gaffer angehalten hätten, um von dort Fotos vom Brandort zu machen. Zweimal wurden diese Hinweise von der Wiesbadener Autobahnpolizei überprüft, dabei jedoch keine Personen oder Fahrzeuge angetroffen. Um weitere Gefahren zu verhindern, postierte sich eine Streifenwagenbesatzung auf der Brücke, so dass weitere Vorfälle dieser Art verhindert wurden.

Polizeipräsidium Westhessen - Wiesbaden

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