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25.03.2022 22:19

Berlin Neukölln

Berlin

Brand im Hausflur eines Mehrfamilienhauses

Anwohner der Karl-Marx-Straße alarmierten in den Abendstunden die Feuerwehr, da sie eine starke Rauchentwicklung im Hausflur eines Mehrfamilienhauses bemerkten. Sofort wurde ein entsprechendes Einsatzmittelaufgebot zu der Einsatzadresse entsendet. Noch vor deren Eintreffen ging eine Vielzahl weiterer Notrufe zur selben Adresse bei der Feuerwehrleitstelle ein. In den Telefonaten wurde von Rauch in vereinzelten Wohnungen, piependen Rauchmeldern und eingeschlossenen Personen berichtet. Eine Person soll in einem Selbstrettungsversuch bereits aus einem Fenster gesprungen sein. Aufgrund der geschilderten Situation und der Vielzahl an Notrufen erhöhte die Feuerwehrleitstelle umgehend die Alarmstufe, so dass sich in der Folge rund 100 Einsatzkräfte auf den Weg zur Einsatzstelle machten.

Die ersteintreffenden Einsatzkräfte fanden eine sehr dynamische Lage vor. Dichter schwarzer Rauch drang aus einem Hausdurchgang, von welchem auch der Treppenraum des betroffenen fünfgeschossigen Mehrfamilienhauses abging. An einem straßenseitigen Fenster einer Wohnung im 1.OG machte sich eine Person hilferufend bemerkbar. Dazu kam die Information, dass im Hinterhof eine Person am Boden liegt, die aus einem Fenster des Hausflures gesprungen ist, um sich vor den Flammen und dem Rauch zu retten.

Sofort leiteten wir alle notwendigen Maßnahmen zur Personenrettung und Brandbekämpfung ein. Straßenseitig brachten wir eine mehrteilige Steckleiter zum Einsatz und retteten die Person aus der Wohnung im 1.OG. Eine DLK ging vor dem Haus in die sogenannte Anleiterbereitschaft, um im Bedarfsfall weitere Personen aus höheren Etagen schnell retten zu können. Mehrere mit Atemschutz ausgerüstete Trupps gingen zur Brandbekämpfung und Personensuche in den vom Brand betroffenen Treppenraum vor. Rettungskräfte versorgten die im Hinterhof liegende Person, die aus einem im 1.OG befindlichen Fenster des Treppenraumes gesprungen ist und sich dabei schwere Verletzungen zugezogen hat. Zwischenzeitlich informierte die Feuerwehrleitstelle den örtlichen Einsatzleiter über einen gerade aufgenommenen Notruf im näheren Umfeld zur Einsatzstelle. Nur wenige Hausnummern entfernt bemerkten Bewohner eines weiteren Mehrfamilienhauses ebenfalls einen Brand in deren Hausflur und alarmierten die Feuerwehr. Aufgrund der örtlichen Nähe (etwa 100 m Entfernung) wurde der zweite Einsatzort zunächst zur Erkundung mit derzeit nicht gebundenen und abkömmlichen Einsatzmitteln aus der ursprünglichen Einsatzstelle am ersten Einsatzort beschickt. Dies waren 1 LHF, 1 RTW und 1 ELW-C.

Der Brand am ersten Einsatzort konnte schnell mit einem C-Rohr gelöscht werden. Betroffen waren ein Elektrorollstuhl und Teile des Treppenraumes selbst. Da der Treppenraum vollständig verraucht war, wurde dieser mit einem Drucklüfter belüftet. Zum Zeitpunkt der Personensuche befanden sich keine Personen mehr im Treppenraum. Nachdem der Treppenraum ausreichend belüftet und rauchfrei war, kontrollierten wir alle bis dahin nicht begangene Wohnungen des Hauses. Dort, wo uns niemand öffnete und auch kein Schlüssel vorhanden war, mussten wir die Wohnungstüren mit Schaden öffnen.

Infolge des Brandes wurden am ersten Einsatzort 8 Menschen verletzt, die meisten davon zogen sich eine leichte bis mittelschwere Rauchgasvergiftung zu. Die aus dem Fenster gesprungene Person erlitt zudem schwere Verletzungen aufgrund des Sprunges. Alle verletzten Personen wurden zunächst vor Ort behandelt und anschließend in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Am zweiten Einsatzort brannten 2 Kinderwagen in einem Hausflur, die bereits vor Eintreffen der Feuerwehr von Anwohnern gelöscht wurden. Infolge dieses zweiten Brandereignisses wurden 3 Menschen verletzt und nach erster Behandlung mit dem Verdacht auf eine leichte Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus transportiert.

Nach Abschluss aller feuerwehrrelevanten Maßnahmen an beiden Einsatzorten haben wir die Einsatzstelle an die Polizei übergeben, welche nun wegen dem Verdacht der Brandstiftung ermittelt.

An der Einsatzstelle waren 97 Einsatzkräfte tätig, die mit insgesamt 33 Einsatzfahrzeugen anrückten. Zur Bewältigung der technischen Aufgaben setzten wir unter anderem 1 C-Rohr, 8 Atemschutzgeräte, 1 Drucklüfter sowie 1 Wärmebildkamera ein. Inklusive Aufräum- und Kontrollarbeiten waren wir rund 2 Stunden an der Einsatzstelle tätig.

Da sich während des Einsatzes zahlreiche Freiwillige Feuerwehren regulär im Dienst befanden, wurde auf die Indienstnahme weiterer Freiwilliger Feuerwehren zur Wachbesetzung verzichtet. Auch vor Ort unterstützten uns insgesamt 5 Freiwillige Feuerwehren bei den vielfältigen Aufgaben.

Eingesetzt wurden: 11 LHF (davon 1x -M und 2x -LFW), 2 DLK, 6 RTW, 3 NEF, 5 Führungsfahrzeuge, 6 Sonderfahrzeuge, Pressedienst der Berliner Feuerwehr

Anwesend waren: Schutzpolizei, Kriminalpolizei, Wasserversorger, Medienvertretende

Berliner Feuerwehr

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