06.05.2022 20:00

Neustadt/Weinstraße

Rheinland-Pfalz

Brand der ehemaligen Papierfabrik

Kurz nach der Wiedereröffnung des Palmengartens im Schöntal musste die Livemusik nach kurzer Zeit wieder abgebrochen werden. Eine Rauchentwicklung sorgte für eine Evakuierung der ca. 180 Besucher.

In einer an den Palmengarten angrenzenden gewerblich genutzten Halle brach der Brand aus, entwickelte sich und griff auf die Dachkonstruktion sowie auf umliegende Bereiche über.

Aufgrund der einlaufenden Notrufe rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot zur Brandstelle aus. Auf der Anfahrt war bereits eine große Rauchentwicklung zu erkennen. Ebenso schlugen Flammen aus der Dachkonstruktion. Über zwei Brandabschnitte je einer von der Talstraße und vom Innenhof aus gingen die Wehrleute gegen den Brand vor. Hierzu setzte die Feuerwehr zwei Hubrettungsfahrzeuge und Einsatztrupps im Inneren des Gebäudes ein. Zur Sicherstellung des Löschwassers förderten die Einsatzkräfte aus dem Speyerbach im Innenhof und an der Achatmühle Wasser aus dem Speyerbach und zapften die Unterflurhydranten in der vorbeiführenden Talstraße an. Hierzu verlegten die Kräfte eine fast 3000 Meter lange Schlauchleitung zur Löschwasserförderung. Mit mehreren handgeführten Strahlrohren und drei tragbaren Wasserwerfer versuchten die Einsatzkräfte unter Atemschutz den Brand einzudämmen. Dies gestaltete sich schwierig, da zum Teil Wände eingerissen und Deckenverkleidungen entfernt werden mussten. Ein weiteres Hindernis war die enorme Verrauchung des Innenbereiches sowie die hohe gelagerte Brandlast und Gasflaschen. Durch die enorme Rauchentwicklung kam es zu einer Geruchsbelästigung bis fast an die Autobahn. Um hier großflächig Schadstoffmessungen durchführen zu können, war neben dem Neustadter Messfahrzeug auch Kollegen aus Grünstadt und Landau mit einem Messfahrzeug sowie die Speyerer Kameraden mit einem ABC Erkunder im Stadtgebiet unterwegs. Parallel ist die Bevölkerung durch Lautsprecherdurchsagen, der Feuerwehr, der Landeswarnapp MoWaS und Radiomeldungen zum Schließen von Fenstern und Türen und der Abschaltung von Klimaanlagen gewarnt worden. Die durchgeführten Messungen ergaben, dass es sich um keine gesundheitsschädlichen oder hochgiftigen Rauchgase handelt. Diese Warnmeldung der Bevölkerung konnte am frühen Samstagmorgen wieder zurückgenommen werden. Durch den kräftezehrenden Einsatz waren insgesamt 30 Einsatztrupps unter Atemschutz im Einsatzgeschehen. Zur Sicherstellung des hohen Verbrauches von Atemschutzgeräten und Flaschen unterstützten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Haßloch mit dem Gerätewagen Atemschutz. Der Brand konnte kurz nach Mitternacht unter Kontrolle gebracht werden. Die Nachlöscharbeiten der Glutnester in den Zwischendecken und der Halle zogen sich bis kurz vor 12:45 Uhr hin. Die Koordination des Einsatzes wurde über den Einsatzleitwagen 2 (ELW 2) der Facheinheit IuK und im Hintergrund über die Feuerwehreinsatzzentrale abgewickelt.

Um genügend Platz für die aufwendigen Löschmaßnahmen zu bekommen, musste die Talstraße zwischen Neustadt und Lambrecht komplett gesperrt werden.

Zur Brandursache und zum entstandenen Sachschaden können von Seiten der Feuerwehr keine Angaben gemacht werden. In Spitzenzeiten waren fast 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit 62 Einsatzfahrzeugen im Einsatz. In der Hauptfeuerwache standen weitere Kräfte in wechselndem Rhythmus bereit, um den Brandschutz im Stadtgebiet sicherzustellen.

Durch den großen Wasserverbrauch aus dem Hydrantenetz kam es zur Störung in der Wasserversorgung, welche vom Bereitschaftsdienst der Stadtwerke behoben wurde. Ebenso war die Bereitschaft von der Strom- und Gasversorgung an der Brandstelle.

Durch die starke Qualmentwicklung führte das Deutsche Rote Kreuz bei den Besuchern der Eröffnungsparty und weiteren Personen ein medizinischer Check durch, eine davon musste wegen Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

eingesetzte Kräfte:

  • Stadtmitte 1
  • Stadtmitte 2
  • Löschzug Lachen-Speyerdorf
  • Löschzug Mußbach
  • Löschzug Süd
  • Löschgruppe Duttweiler
  • Löschgruppe Geinsheim
  • Löschgruppe Königsbach
  • Versorgungszug
  • Gefahrstoffzug
  • Facheinheit IuK
  • Medienteam
  • FW Haßloch
  • FW Speyer
  • FW Landau
  • FW Grünstadt

Feuerwehr Neustadt/Weinstraße


Am Abend des 06.05.22 kam es auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik in der Talstraße (B39) in Neustadt an der Weinstraße aus bislang unbekannter Ursache zu einem Vollbrand bei dem mehrere Gebäudeteile in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die ca. 180 Gäste der auf dem Gelände befindlichen Bar "Palmengarten" mussten evakuiert werden. Einzelne Personen wurden durch das Einatmen von Rauchgas leicht verletzt und wurden von Rettungskräften vor Ort ambulant erstversorgt. Eine Person wurde dabei kurzfristig im Krankenhaus in Neustadt behandelt, verließ dieses aber nach wenigen Stunden wieder. Die angrenzende Talstraße wurde für die Löscharbeiten bis zum Morgen des Folgetages voll gesperrt. Durch die Feuerwehr Neustadt konnten bei Messungen keine Schadstoffe in der Umgebungsluft festgestellt werden. Aufgrund der starken Rauchentwicklung erfolgten dennoch Durchsagen der Feuerwehr an die Bewohner des Stadtgebietes Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Zur Schadenshöhe können zur Zeit keine Angaben gemacht werden.

Polizeipräsidium Rheinpfalz

Weitere Berichte zu diesem Einsatz:

Neustadt: Großbrand in ehemaliger Papierfabrik - 180 Gäste aus Bar evakuiert - Ursache und Schaden noch ungeklärt

Großbrand in Papierfabrik: Gutachter kommt am Donnerstag - Neustadt

Großbrand in Papierfabrik: Gutachter kommt am Donnerstag - Neustadt - DIE RHEINPFALZ


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