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28.06.2022 18:30

Obersontheim Schwäbisch Hall

Baden-Württemberg

Brand eines landwirtschaftlichen Nutzgebäudes

Um 18:32 Uhr ertönten die Melder der Einsatzkräfte aus Obersontheim, zeitgleich wurden auch die Bühlertalwehren Bühlerzell und Bühlertann zur Überlandhilfe nach Rappoltshofen alarmiert, ebenfalls der Rettungsdienst der Malteser Rettungswache aus Obersontheim.

Auf der Anfahrt sah man eine deutliche Rauchsäule über dem Fischachtal, sowie kurz vor dem Ortsteil Rappoltshofen, bereits Flammen aus einem Landwirtschaftlichen Gebäude schlagen.

 

Vor Ort stellte sich heraus, dass eine Maschinenhalle bereits in Vollbrand stand, die Aufgabe der Feuerwehr bestand daher eine weitere direkt angrenzende Maschinenhalle zu schützen und ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Zeitgleich wurden Landwirtschaftliche Geräte und Maschinen aus den beiden Hallen auf eine Freifläche gefahren um diese vor den Flammen und der Hitzestrahlung zu schützen. Ebenfalls wurden durch den Brand verursachte Flächenbrände auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgelöscht und ein weiteres Ausbreiten verhindert.

Da man die erforderlichen Mengen an Löschwasser nicht allein aus dem örtlichen Wassernetz entnehmen konnte, wurden parallel zwei weitere Wasserversorgungen aus der ca. 1km entfernten Fischach sowie einem ca. 500m im Ort gelegenen Weiher über mehrere Schlauchleitungen zur Einsatzstelle gefördert. Auch zahlreiche Landwirte machten sich mit ihren Pumpfässern auf den Weg nach Rappoltshofen und boten ihre Hilfe bei der Löschwasserversorgung an und standen in Bereitstellung.

 

Um die ca. 500 brennenden Strohballen effektiv zu löschen mussten diese aus der Halle geholt werden. Hierzu wurden fünf Teleskoplader eingesetzt, welche ebenfalls von Landwirten sowie Unternehmen aus der Umgebung angeboten und angefordert wurden. Auch ein Kettenbagger wurde an die Einsatzstelle gebracht um die in der Halle brennenden Ballen auseinander zu ziehen. Eine Laderaupe verteilte das Stroh auf einer Freifläche, wo es durch die Einsatzkräfte gezielt abgelöscht wurde.

 

Die Koordination des Einsatzes übernahm die Führungsgruppe aus dem Oberen Bühlertal in Zusammenarbeit mit der Einsatzleitung aus Obersontheim. Unterstützt wurden diese durch den stellv. Kreisbrandmeister sowie dem im Verlauf nachgeforderten ELW 2 des Landkreises Schwäbisch Hall aus Kirchberg.

 

Neben dem Gerätewagen Atemschutz war auch ein Spezialfahrzeug für die Messung und Untersuchung der Umweltbelastung der Feuerwehr Schwäbisch Hall vor Ort. Diese Sondereinheit nahm Proben vom Löschwasser und untersuchte dieses auf Gefährliche Belastung. Zudem wurden Messfahrten durch den Ort getätigt um die Belastung und eine eventuell durch den Brandrauch entstandene Gefahr zu untersuchen.

 

Um eine Kontaminierung des öffentlichen Gewässers durch das Löschwasser zu vermeiden, wurde dieses aus einem auf dem Hof befindlichen Sammelbecken gepumpt und in ein gesondertes Becken in die Kläranlage gefahren. Hierfür griff man auf die bereits vor Ort befindlichen Landwirte mit ihren Pumpfässern zurück.

 

Die ebenfalls vor Ort befindlichen Einsatzkräfte aus Vellberg und Schwäbisch Hall unterstützten den Einsatz durch zusätzliche Atemschutzgeräteträger und stellten zeitweilig die Grundsicherung im Bühlertal, für den Fall eines Folgeeinsatzes sicher. Um den Rettungsdienst aus dem Einsatz auszulösen, wurde die DRK Bereitschaft aus Schwäbisch Hall hinzugezogen. Im Verlaufe des Einsatzes, wurden die Angerückten Kräfte aus Schwäbisch Hall, Vellberg sowie Kirchberg und Bühlertann nach und nach aus dem Einsatz herausgelöst.

 

Kurz nach 03:00 Uhr rückten auch die letzten verbliebenen Einsatzkräfte der Nachbarwehren von der Einsatzstelle ab. Gegen 04:00 Uhr durften dann auch die Obersontheimer einen Großteil ihrer Fahrzeuge wieder im Gerätehaus abstellen und dessen Einsatzbereitschaft herstellen. Ein Löschfahrzeug blieb mit einer Gruppe zur Brandwache bis in die Morgenstunden vor Ort um letzte Glutnester abzulöschen. Die Aufräum- und Nachlöscharbeiten zogen sich bis zum Mittag des 29.06.2022.

 

Für die Feuerwehr Obersontheim war es einer der längsten und aufwendigsten Einsätze der letzten Jahre. Insgesamt waren zeitweise bis zu 171 Einsatzkräfte sowie 26 Fahrzeuge vor Ort.

 

An großes Dankeschön geht an alle beteiligten Einsatzkräfte sowie Helfer für die super Zusammenarbeit. Ebenfalls einen großen Dank geht an die Holzofenbäckerei Müller in Mittelfischach sowie an das Vesperstüble zum Angus aus Eschenau, die kurzfristig und ohne zu zögern Verpflegung für die Einsatzkräfte zubereitet haben. Auch den Landwirten und Unternehmern aus der Umgebung gilt ein großer Dank für die angebotene Hilfe und Bereitstellung ihrer Maschinen.

 Im Einsatz waren:

  • Obersontheim 1/10
  • Obersontheim 1/14
  • Obersontheim 1/44-2
  • Obersontheim 1/44-1
  • Obersontheim 1/74

 

  • Bühlertann 1/19
  • Bühlertann 1/42-1
  • Bühlertann 1/42-2

 

  • Bühlerzell 1/19
  • Bühlerzell 1/46
  • Bühlerzell 1/74

 

  • KBM Bereitschaft

 

  • LkrSha 1/12
  • Kirchberg 1/19

 

  • SHA 1/10-1
  • SHA 1/10-2
  • SHA 1/10-3
  • SHA 1/56
  • SHA 1/42-2
  • SHA 1/23
  • SHA 1/91
  • SHA 1/19-1
  • SHA 1/74-1

 

  • Vellberg 1/14
  • Vellberg 1/42
  • Vellberg 1/74

 

  • Rettungsdienst Malteser 7/83-1

 

  • SEG SHA 67/10-1
  • SEG SHA 67/26-1

 

  • Polizei

Feuerwehr Obersontheim


Am Dienstagabend gegen 18:30 Uhr kam es aus bislang unbekannter Ursache zu einem Brand einer landwirtschaftlichen Halle in Rappoltshofen. Durch den Brand wurden mehrere hundert Heuballen und einige landwirtschaftliche Maschinen beschädigt. Personen oder Tiere kamen nicht zu Schaden. Der Sachschaden wird vorläufig auf ca. 500.000 Euro geschätzt. Die Feuerwehren von Obersontheim, Bühlertann, Bühlerzell, Vellberg, Schwäbisch Hall (Stadt) und Schwäbisch Hall (Landkreis) waren mit insgesamt 157 Einsatzkräften und 23 Fahrzeugen im Einsatz, der Rettungsdienst mit 6 Einsatzkräften und drei Fahrzeugen. Die Löscharbeiten werden noch bis in die Morgenstunden andauern. Zur Löschwasserversorgung muss die K2627 zwischen Mittelfischach und Oberfischach weiterhin gesperrt bleiben.

Polizeipräsidium Aalen

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