30.06.2022 03:10

Haan Mettmann

Nordrhein-Westfalen

Großbrand in gewerblicher Halle

Die Feuerwehr Haan ist heute um 3:10 Uhr durch die Kreisleitstelle zu einer unklaren Rauchmeldung mit dem Stichwort Gewerbe_klein in die Düsseldorfer Straße alarmiert worden.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte war bereits Feuerschein deutlich zu erkennen, so dass der Einsatzleiter direkt das Alarmstichwort erhöhen ließ und damit Stadtalarm für Haan auslöste. Aufgrund des Schadensbildes wurde auch umgehend überörtliche Hilde über die Kreisleitstelle angefordert.

Bei der betroffenen Halle handelt es sich um den Firmensitz von drei Firmen. Diese wurde bereits durch die massive Brandausbreitung massiv in Mitleidenschaft gezogen und die darin gelagerten Materialien (Kunststoffgranulat und Lacke) sorgten für eine weithin sichtbare und wahrnehmbare Rauchwolke.

Der Messzug des Kreises Mettmann ist ebenfalls im Einsatz. Dieser wird durch Kräfte der Feuerwehr Velbert und Feuerwehr Ratingen gebildet. Messfahrzeuge fahren aktuell durch die vom Rauch beaufschlagten Gebiete nördlich der Einsatzstelle auf Haaner (Unterhaan) und Erkrather (Hochdahl) Stadtgebiet. Dort werden an mehreren unterschiedlichen Punkten Schadstoffmessungen vorgenommen und anhand der gesetzlichen Grenzwerte bewertet. Sollten sich daraus neue Erkenntnisse ergeben, informieren wir entsprechend über die Medien und NINA.

Zurzeit befinden sich immer noch rund 100 Kräfte der Feuerwehr Haan zusammen mit den Feuerwehren Erkrath, Hilden, Mettmann, Ratingen und Velbert sowie dem DRK Ortsverband Haan immer noch im Einsatz. Die Löscharbeiten im inneren der Halle gestalten sich aufgrund einer möglichen Einsturzgefahr schwierig. Daher werden primär über eine Riegelstellung nicht betroffene Bereiche gesichert. Ein Ende der Löscharbeiten ist noch nicht absehbar, werden aber mindestens noch bis über den Mittag hinaus andauern. Daher werden diese nach und nach durch frische Kräfte ausgetauscht.

Update:

In einigen Bereichen von Unterhaan könnte es durch den Großbrand im Verlauf des Tages zu Rußniederschlag gekommen sein. Sollten Sie einen Rußniederschlag z.B. auf Ihrer Fensterbank oder Ihren Gartenmöbeln feststellen, kann dieser mit handelsüblichem Allzweckreiniger abgewaschen werden. Bitte tragen Sie dabei Handschuhe. Eine besondere Gefahr geht nach Einschätzung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) davon nicht aus. Obst und Gemüse aus dem Garten sollten sie vor dem Verzehr abwaschen oder schälen. Bei umfangreichen Luftmessungen konnten keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden.

Im Laufe des weiteren Einsatzes wurden große Teile der Halle mit Löschschaum gefüllt, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Nachmittages wurden dann THW Fachgruppen mit schwerem Gerät zur Einsatzstelle alarmiert. Diese verschafften durch Abtragen von einsturzgefährdeten Bauteilen einen sicheren Zugang zu den verblieben Glutnestern so dass diese abgelöscht werden konnten. Parallel dazu wurde bereits im Laufe des Nachmittages nach und nach die Anzahl der Einsatzkräfte reduziert und nach Möglichkeit die überörtlichen Kräfte aus dem Einsatz entlassen.

Nach über 16h Einsatzdauer konnte dann schlussendlich "Feuer aus" gemeldet werden. Die Straßensperrungen wurden zurückgenommen und abschließende Aufräumarbeiten durchgeführt. Um 19.19 wurde der Einsatz für die Feuerwehr als beendet erklärt und die Einsatzstelle der Polizei zwecks Brandursachenermittlung übergeben.

Zu Spitzenzeiten waren zeitgleich 119 Einsatzkräfte im Einsatz, über den Tag verteilt waren insgesamt mehr als 180 vor Ort. Beteiligt auf Seiten der Feuerwehr waren Kräfte und Fahrzeuge aus Erkrath, Haan, Hilden, Mettmann, Ratingen, Velbert und Wülfrath. Hinzu kam Unterstützung durch das DRK Haan-Gruiten für die Einsatzstellenverpflegung und das THW in Form eines Fachberaters Technik und mehreren Fachgruppen Räumung mit Personal, Baggern und Radlagern.

Feuerwehr Haan


Nachdem nach dem Lagerhallenbrand in Haan am vergangenen Donnerstag (30. Juni 2022) die aufwendigen und umfangreichen Löscharbeiten der Feuerwehr Haan sowie etlicher weiterer Einsatzkräfte aus den umliegenden Städten abgeschlossen waren, haben die Experten der Brandursachenermittlung der Kreispolizeibehörde Mettmann ihre Arbeit an der Einsatzstelle aufgenommen. Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich aufgrund des massiven Schadens als äußerst schwierig und dauert nach wie vor an. Die geschätzte Schadenshöhe liegt bei ein bis zwei Millionen Euro.

Kreispolizeibehörde Mettmann


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